Vandalen wüten in Barmener Nabu-Hütte

Von: hfs.
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Mit brachialer Gewalt muss die Stirnwand der Nabu-Beobachtungsstation herausgetreten worden sein. Darüber sind Ornithologe Dr. Herbert Schwarthoff und Landschaftswart Robert Mohl entsetzt. Einige Schäden wurden schon notdürftig repariert. Foto: hfs.

Kreis Düren. Vorstand und Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Kreisverbandes Düren sind wütend. Ihr Zorn gilt Zeitgenossen, die ihre Zerstörungswut kurz vor dem Jahreswechsel an der Beobachtungsstation des Verbandes am Barmener Baggersee ausließen.

Die Schäden sind so erheblich, dass der Nabu überlegt, die Station abzureißen. „Die Zerstörungen haben ein solches Ausmaß angenommen, dass das Ganze nur noch deprimiert“, sagt Dr. Heribert Schwarthoff, Vorstandsmitglied im Nabu-Kreisverband und dort zuständig für die Ornithologie. An der Seite von Landschaftswart Robert Mohl zeigt Schwarthoff die Schäden. „An Schmierereien haben wir uns schon fast gewöhnt, auch an den Abfall, der immer wieder hier hinterlassen wird. Aber diesmal haben die Täter ein Trümmerfeld hinterlassen.“

Mit brachialer Gewalt wurde eine Stirnseite der Beobachtungsstation herausgetreten und eine Sitzbank, die letzte von vier innerhalb des Standes, kurzerhand an Ort und Stelle verheizt. „Die anderen drei Bänke, die Besuchern das Beobachten der vielfältigen Natur und des Tierbestandes auf dem See erleichtern, hat man bereits in den letzten Wochen herausgerissen.“ Über die Sprayattacken innerhalb der Hütte und über die Kokeleien auf den Brettern sieht der Ornithologe hinweg. „Das kann man verschmerzen, obwohl es genauso sinnlos ist. Aber jetzt stellt der Aufenthalt eine Gefahr dar, und wir sind dafür verantwortlich“, erklärt Schwarthoff. Zwar weisen provisorische Schilder darauf hin, dass der Aufenthalt auf eigene Gefahr erfolgt. „Aber was passiert, wenn Kinder auf die Station steigen und dann durch die Löcher fallen?“

Landschaftswart Mohl hat zwar unmittelbar nach Entdeckung der Zerstörungen bei einem seiner Kontrollgänge den Bereich mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. „Aber das verhindert keinen Sturz“, merkt Schwarthoff an. Sein Dank gilt einem Nabu-Mitglied, das zwischenzeitlich notdürftig einige Bretter angebracht und damit die Löcher verkleinert hat. „Jetzt überlegen wir, was wir mit unserer Station machen sollen.“ Die Station wurde 2008 in Eigenleistung und mit Hilfe des Angelsportvereins Barmen-Broich und vieler anderer Helfer gebaut und eingeweiht. An dieser Stelle hat man einen Blick über den kompletten See. „Als Standort hatte sich die in den See vorgeschobene Kiesbank einfach angeboten“, blickt Schwarthoff zurück. Auch sie ist praktisch ein „Naturprodukt“, nachdem Rur-Hochwasser in den See eingebrochen war und die Kiesbank angeschwemmt hatte.

Der Seebereich ist Naturschutzgebiet. Spaziergänger und Wanderer, oder Natur-Interessierte nutzen die erhöhte Lage der Hütte und das „Dach über dem Kopf“, um bei Wind und Wetter Flora und Fauna zu beobachten. Platz ist selbst für Schulklassen, die Zukunft ungewiss: „Wir überlegen, die Hütte abzureißen oder aber zu schließen.“ Das würden viele Menschen, die diese Beobachtungsstation in den letzten Jahren aufgesucht haben, bedauern. Zwar hat der Nabu schon Anzeige gegen Unbekannt erstattet, aber leider sind die Übeltäter bisher nicht gefasst worden.

Laut Schwarthoff geht die örtliche Polizei in unregelmäßigen Abständen Streife, und im Sommer geben ohnehin zwei ehrenamtliche Ordnungshüter Obacht. Die Uneinsichtigkeit von Hunde- oder Pferdebesitzern dort nehme zu, obschon alle Hunde angeleint sein müssten und das Reiten auf der Krone des Dammes untersagt ist, hat Landschaftswart Robert Mohl festgestellt.

Rund um die Hütte ist „schwer was los“, das belegen schon die übervollen Müllbehälter. Mohl: „Man sieht ja an den vielen leeren Flaschen, was hier abläuft.“ Doch es fühlen sich nicht nur „Partyfreunde“ am Barmener Baggersee wohl. Einmalhandschuhe und leere Aluminiumtütchen deuten auch auf den Aufenthalt von Drogenkonsumenten hin. Die wiederum dürften wenig Interesse daran haben, diese „Bleibe“ zu zerstören. Schwarthoff hat noch Hoffnung, dass Kommissar Zufall die entscheidenden Hinweise zur Ergreifung der Täter geben kann. Ansonsten scheinen die Tage der Station gezählt.

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