US-Aktivist: Atommüll-Lager in den Staaten nicht sicher

Von: hfs.
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Umweltaktivist Tom Clement lehnt für seine Organisation in South Carolina jeglichen Mülltransport aus Deutschland in die USA ab. Foto: hfs.

Jülich. „Es gibt keine schlüssigen Argumente für den Atommüllexport in die USA. Wir brauchen so schnell wie möglich ein sicheres Zwischenlager in Jülich.“ Tom Clements, US-Umweltaktivist und Kopf der Organisation SRS Watch in South Carolina, weilt zur Zeit in Deutschland.

Am Dienstagnachmittag in Jülich, wo er an einer Mahnwache vor dem Forschungszentrum teilnahm und in Gesprächen mit Demo-Teilnehmern vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ und BUND NRW klar machte, warum die Amerikaner den Atommüll aus Deutschland nicht akzeptieren werden. Denn, wie bereits mehrfach berichtet, will die Bundesregierung die rund 300.000 Brennelementekugeln aus dem ehemaligen Versuchsreaktor AVR in die USA schaffen.

Da sollen sie dann in einer militärischen Anlage mit Namen „Savannah River Site“ endgelagert werden. „Dies ist absolut keine Option, weil das dortige Lager eine Menge eigener Probleme hat“, sagte Clements vor Ort und machte anhand mitgebrachter Zeichnungen und Detailaufnahmen deutlich, dass der in South Carolina lagernde Atommüll – der stammt nach Clements Aussagen vorwiegend aus nuklearen Waffenbeständen der USA – in verflüssigter Form in großen Tanks gelagert werde. „Aber die sind nicht sicher, weil sie zum Teil undicht sind, strahlendes Material in den Untergrund gelangt.“

Warum Deutschland seinen Atommüll in die USA transportieren will, versucht Tom Clements von den deutschen Entscheidungsträgern in den jeweiligen Ministerien in Erfahrung zu bringen. Denn die in einem zwischenzeitlich nur geduldeten Zwischenlager im FZJ – die Genehmigung dafür lief Ende 2014 aus – gelagerten 152 Castoren mit den hoch radioaktiven Brennelementekugeln gehören zu 90 Prozent dem Bundesforschungsministerium, zu zehn Prozent dem NRW-Wissenschaftsministerium. Doch beide Minister, hier Johanna Wanka (CDU), dort Svenja Schulze (SPD), lehnten Gespräche mit dem US-Aktivisten ab.

Seitens „Stop Westcastor“ hieß es am Dienstag lediglich, dass das NRW-Wirtschaftsministerium, welches auch in NRW die Atomaufsicht hat, als auch das Bundesumweltministerium zu Gesprächen bereit seien. Allerdings hätten beide Ministerien in der Vergangenheit immer wieder betont, dass sie sich nicht in die Diskussion einmischen wollen. „Sondern nur prüfen und absegnen, was das FZJ Jülich entscheidet“, betonte Marita Boslar als Sprecherin des Aktionsbündnisses, das heute eine Mahnwache vor dem NRW-Wissenschaftsministerium in Düsseldorf mit „Forderung nach einem Gespräch“ abhalten will.

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