Urteil nach Unfall mit Todesfolge

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Völlig zerstört lag das Rennrad des Mannes aus Baesweiler nach dem Unfall im Graben neben der Bundesstraße 55. Foto: Horrig

Jülich/Mersch. Ein 39 Jahre alter Mann aus Belgien ist wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr vor dem Jülicher Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt worden.

Am Morgen des 23. Novembers 2014 gegen 9.45 Uhr war der Mann an einem Unfall beteiligt, bei dem ein 45 Jahre alter Radfahrer aus Baesweiler sein Leben verlor. Der Autofahrer aus Belgien war auf der Bundesstraße 55 zwischen den Jülicher Stadtteilen Mersch und Welldorf auf die Gegenfahrbahn geraten und hatte den Radfahrer dabei erfasst.

Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass Einzelteile des Rades über mehr als 50 Meter verstreut lagen. Das Auto rutschte nach der Kollision noch weiter entlang der linken Leitplanke, bevor es zum Stehen kam. Der Radfahrer aus Baesweiler starb noch am Unfallort.

Besondere Schwere

Die Ermittlungen der Polizei hatten zunächst ergeben, dass der Autofahrer nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden haben soll. Ein Gutachten, das für das Verfahren erstellt wurde, hat jedoch andere Erkenntnisse zum Vorschein gebracht. Demnach stand der Fahrer zur Unfallzeit sowohl unter Alkohol- als auch unter Drogeneinfluss. Deswegen stellte Richterin Sina Wietrzychowski eine besondere Schwere der Schuld fest, die dem Belgier anzulasten sei. Das ist laut Amtsgerichtsleiter Rainer Harnacke der Grund dafür, dass die Freiheitsstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Aussage verweigert

Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft hatten sich in die Länge gezogen, weil der Belgier nach dem Unfall unter Schock stand, in ein Krankenhaus gebracht werden musste und nicht vernehmungsfähig war. Später machte er dann von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern, warum er in die Gegenfahrspur geraten war.

Nach dem Gutachten, mit dem dem Mann aber das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss nachgewiesen wurde, stellte die Richterin eine besondere Schwere der Schuld fest. Deswegen sei sie laut Harnacke über das bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge häufig zur Bewährung verhängte Strafmaß hinausgegangen. Neben der Gefängnisstrafe verliert der Belgier auch seine Fahrerlaubnis für Deutschland.

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, das zu Beginn der Woche gesprochen wurde. Der Belgier hat bis zum Montag in einer Woche Zeit, Berufung einzulegen. Verzichtet er darauf, wird das Urteil rechtskräftig und der Unfallfahrer muss die Haftstrafe antreten.

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