Ursprung der Jülicher Freimaurerloge geht auf Militärloge zurück

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Freimaurer
Die Tempelarbeit ist zwar nicht öffentlich zugänglich, reinschauen ging aber schon: Im Rahmen der 200-Jahr-Feier bauten die Brüder den Tempel in der Kapelle der Zitadelle auf. Hammer und unbehauener Stein sind starke Symbole der Freimaurerei. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. In der Zitadelle nahm die Jülicher Loge ihre Anfänge, im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Zitadelle feierten die Brüder ihr Jubiläum im Rahmen eines großen Festaktes. 200 Jahre ist sie nun schon alt, die diskrete Gesellschaft in Jülich.

Ihre Ursprünge sind noch älter, sagt Dr. Christian Pithan, der als „Meister vom Stuhl“ der Loge vorsteht. Die Ursprünge gehen auf eine französische Militärloge zurück. Die habe sich 1802 in Jülich niedergelassen. Deutsche Mitglieder stießen dazu und so kam der Wunsch nach einer eigenen Loge auf.

Am 18. Oktober 1815 ist die Johannis-Freimaurerloge „Wahrheit und Einigkeit zu den 7 vereinigten Brüdern“ im Orient Jülich gegründet worden. Erster Meister vom Stuhl war Heinrich Ludwig von Crailsheim. Heute zählt die Gesellschaft rund 30 Mitglieder.

Wie lange die Militärloge bestand hatte, ist nicht belegt, sagte Pithan in einer historischen Retrospektive. Bekannt ist aber, dass Logenhäuser in der Herrenstraße und in der Grünstraße bis zur Enteignung durch die Nationalsozialisten existierten. Bekannt sei auch, dass es Freimaurer waren, die sich dafür einsetzten, dass Jülich nach der großen Zerstörung an alter Stelle aufgebaut werden konnte.

Mythos und Faszination

Arnim Schneider, zugeordneter Großmeister, der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, referierte im PZ über den „Mythos und Faszination eines Bundes, der den Menschen verbessern will“.

Rudolf Ruschmann, Mitglied des Bundesdirektoriums der großen Nationalen Mutterloge zu den drei Weltkugeln, hielt eine Ansprache im Rahmen der Feierlichkeiten. So war die Rede von Steinmetzen in England – den Anfängen der Freimaurerei – Dombaumeistern, Künstler ihrer Zeit, die ihr Wissen um die Bauwerke schützten, sich hinter verschlossenen Türen trafen, Passwörter und Handgriffe entwickelten.

Im Zuge der Aufklärung erhielt die Entstehung der Bauwerke schließlich einen übertragenen Sinn. Der Mensch habe an sich selber zu arbeiten, um als Teil der Gesellschaft einem guten Gemeinsinn dienen zu können. Das Freimaurer-Symbol „Der rauhe Stein“ verbildlicht diesen Ansatz.

Lernen durch Erfahrung

Im Verlauf des Festaktes war von Recht auf Freiheit die Rede, unabhängig vom Stand, von Meinungsfreiheit, Toleranz und einem Lebensbund. Und: Freimaurerische Rituale bedeuten Lernen durch Erfahrung, sagte Arnim Schneider, um im Zuge dieser Erklärung auf das Wesen des Bundes einzugehen, es mystifizierte: „Was die Freimaurerei mit uns macht, kann ich nicht beschreiben, bekannte Schneider, sie können nicht die Schmetterlinge im Bauch erklären, die sie fühlen, wenn sie verliebt sind, wenn der andere noch nie verliebt war“.

Vielleicht sind es gerade solche Aussagen, die das Interesse wecken, die Neugierde entfachen, an einem Männerbund, der eigentlich nicht geheimnisvoll, sondern nur noch diskret sein will. Und doch: Dem Nicht-Freimaurer bleiben das Rätseln und die Phantasie.

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