Jülich - Unzähligen Kriminalitätsopfern geholfen

Unzähligen Kriminalitätsopfern geholfen

Von: hfs.
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Die Bürgermeister der  fünf
Die Bürgermeister der fünf Nordkreis-Kommunen sowie die Vertreter des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und der Kreispolizei wollten mit ihrem Erscheinen in Jülich Solidarität mit den vielen Opfern von Kriminalität zeigen. Sie werden seit vielen Jahren führend von Eva-Maria Eschbach als Außenstellenleiterin (2.v.l.) sowie seit über 30 Jahren von Peter Schmitz (6.v.l.) betreut. Foto: hfs.

Jülich. Eduard Zimmermann, legenderer Moderator und Erfinder der Fernsehsendung „XY-Ungelöst” war es, der im Jahre 1976 mit 16 weiteren Mitstreitern in Mainz den Weißen Ring (WR) ins Leben rief. Der WR ist ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten.

Schon zwei Jahre später konnte der WR eine von jetzt rund 420 Außenstellen in Deutschland auch in Jülich einrichten. Damals wie heute mit dem Vorsitzenden Peter Schmitz.

„Sie haben unzähligen Menschen, die nach einer Gewalttat in schreckliche Hilflosigkeit gefallen sind, wieder Mut und Hoffnung gegeben”, würdigte Jülichs Bürgermeister Heinrich Stommel nun den pensionierten Pädagogen an „seinem” Infostand auf der Kölnstraße. Dort hatte Schmitz mit Eva-Maria Eschbach, Außenstellenleiterin des Weißen Ring Düren-Jülich anlässlich des „Tag der Kriminalitätsopfer” Station gemacht, um um Mitglieder zu werben.

„Aber wir wollen auch intensiv das öffentliche Bewusstsein für die Opferbelange wecken”, meinte Eschbach. Sie forderte in Gesprächen mit Interessenten aber auch Kriminalitätsopfer auf, „vorhandene Unterstützungsmöglichkeiten zu nutzen, um dadurch möglichst bald in das Leben vor dem belastenden Erlebnis zurück zu finden.”

Doch Stommel war nicht alleine gekommen, um Peter Schmitz zu danken, sein jahrzehntelanges Engagement zu würdigen, darüber hinaus aber auch am „Tag der Kriminalitätsopfer” ein Zeichen der Solidarität zu setzen und an die persönliche, rechtliche und wirtschaftliche Situation der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Menschen zu erinnern. Er hatte auch die Amtskollegen aus den Nachbarkommunen eingeladen. So Wolfgang Witkopp, Bürgermeister von Linnich, Jürgen Frantzen aus Titz, Lothar Tertel aus Aldenhoven und Hermann Heuser aus Niederzier. Sie alle unterstrichen, dass die Opfer ein Recht auf Hilfe haätten. „Dieser gesellschaftspolitischen wichtigen Verpflichtung und Verantwortung sollte sich niemand entziehen”, unterstrich Stommel. Er fügte an, „dass diese Menschen auf Schutz, praktische Hilfe und Solidarität von uns allen angewiesen sind.”

Die Opferzahlen, die Peter Schmitz in seiner Jahresstatistik 2011, bereit hielt, waren erschreckend. So wurden 274 Fälle, vorwiegend in Form von sexuellen Übergriffen und häuslicher Gewalt registriert. „Leider erneut mit steigender Tendenz”, stellte Eva-Maria Eschbach fest. So sind bis Mitte März diesen Jahres von der Außenstelle Düren-Jülich 80 Opfer festzustellen. diese werden von 17 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreut.

„Die Kriminalität steigt, es überwiegen sexueller Missbrauch und häusliche Gewalt”, sagte Eschbach, was von Theo Happe, Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Düren, nur bestätigt werden konnte. Vor diesem Hintergrund machte die WR-Außenstellenleiterin deutlich, dass im Raum Jülich dringend engagierte Menschen gesucht werden, die ehrenamtlich Opfer von Gewalt und Kriminalität betreuen. „Die potenziellen Mitarbeiter werden durch Schulungen und Fachseminare auf diese ehrenvolle Arbeit intensiv vorbereitet”, führte Eschbach Beispiele auf, wie Opfern geholfen werden kann: Menschlichen Beistand und persönliche Betreuung, Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, aber auch die Hilfestellung anderer Behörden einholen. „Opfer sollten nicht in der Rolle des Verlierers verharren”, sagte Happe, was Christof Beindorf vom Landschaftsverband Rheinland zu dem Appell veranlasste, dass Opfer die Unterstützungsmöglichkeiten nutzen sollten. Zum Beispiel als Unterstützung bei materiellen Notlagen im Zusammenhang mit der Straftat, Beratungsschecks für eine frei zu wählbare anwaltliche sowie eine psychotraumatische Erstberatung, oder aber die Übernahme von Anwaltkosten.

Die Kosten kann der Weiße Ring nur teilweise mit den Beiträgen der rund 53000 Mitglieder finanzieren. Im Kreis Düren sind es 245 Mitglieder, die mit ihrem Beitrag den WR unterstützen.

„Es könnten ruhig noch ein Paar mehr werden”, so Eva-Maria Eschbach, bei der sich Interessenten für eine ehrenamtliche Mitarbeit unter ? 02421/972383 melden können.
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