Jülich - „Unverblümt“: Abgestimmte Skulpturen und Bilder im Hexenturm

„Unverblümt“: Abgestimmte Skulpturen und Bilder im Hexenturm

Von: Kr.
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Gemeinsam eröffneten sie die Ausstellung „Unverblümt“ im Jülicher Hexenturm: (v.l.) Kerstin von Klein, Kirsten Müller Lehnen, Angelika Schneeberger und Fatima Hoffmann. Foto: Kròl

Jülich. „Ich lade Sie ein, sich von den Skulpturen umfassen zu lassen und in die Blüten einzutauchen“, eröffnete die Vorsitzende des Jülicher Kunstvereins, Kirsten Müller-Lehnen, die erste Ausstellung des Jahres. Zwei Künstlerinnen hatte der Verein eingeladen, sich im Jülicher Hexenturm zu präsentieren.

Genau hatten sich Fatima Hoffmann mit ihren Malereien und Kerstin von Klein mit ihren Skulpturen aufeinander und auf den Turm abgestimmt. „Unverblümt“ hatten sie diese Ausstellung betitelt, ein Wort, das in unserem modernen Sprachgebrauch seltener genutzt wird.

„Unverblümt – gerade heraus, offen, ohne Umwege“, interpretierte Angelika Schneeberger, die die Aufgabe übernommen hatte, die Künstlerinnen und ihre Arbeiten vorzustellen, dieses Wort. „Mich beeindruckt die Freimütigkeit und damit Unverblümtheit, mit der Fatima Hoffmann uns an ihrer künstlerischen Arbeit teilhaben lässt“, begründete sie den Titel aus Sicht der Malerin und meinte zur Bildhauerin: „Wir erfahren gerade heraus durch ihre Skulpturen etwas über die innere Bewegung des Menschen.“

Überhaupt haben Wörter eine essenzielle Bedeutung für Kerstin von Klein. Ein Wort kann für sie die Initialzündung für eine Arbeit sein. „Ich höre etwas und habe eine Skulptur fix und fertig in meinem Kopf. Ich brauche sie dann nur noch zu machen“, erklärte sie freimütig. Dabei ist Gips ihr bevorzugtes Material. Seine Festigkeit, nur Wasser kann ihm schaden, und gleichzeitig seine Verletzlichkeit durch dieses Element faszinieren sie. Es zeigt auch, dass Weiß nicht gleich Weiß ist und gerade diese Tatsache kommt im Turmzimmer des alten Gemäuers gut zum Tragen. „Mit Gips muss man schnell und konzentriert arbeiten“, erklärte sie weiter.

Vielsagende Titel

Ihre Figuren, an denen auf den ersten Blick die langen Gliedmaßen, große Hände und Füße, aber kleine Körper und Köpfe auffallen, drücken die innere Befindlichkeit eines Menschen aus. Dem entsprechend werden auch die vielsagenden Titel wie „Große Gelassenheit“ „Einfach lassen“ oder nur „TZ“ gewählt. Neben ihren Gipsarbeiten zeigt die Künstlerin in Jülich auch einige Bronzeplastiken.

Fatima Hoffmann, die in Angola geboren wurde, dort ihre Kindheit verbrachte, später mit ihren Eltern nach Portugal flüchtete und seit 20 Jahren in Deutschland lebt, lässt viel von ihren beiden Heimatländern in ihre Arbeiten einfließen. „Prächtige, großformatige Bilder“, erklärte Angelika Schneeberger ihren Zuhörern.

Und tatsächlich leuchten ausschließlich farbenprächtige Blüten dem Betrachter entgegen. Rote und weiße Rosen, Lilien, Kakaoblüten und andere Exoten hat die Malerin auf Leinwand beziehungsweise auf Stoff gebannt. Denn das kann man schon als ihr Markenzeichen betrachten. Gerne nimmt die Künstlerin traditionelle afrikanische, portugiesische oder südamerikanische Stoffe als Hintergrund, malt und stickt darauf und oft sind die Übergänge zwischen Malerei und Druck kaum noch wahrzunehmen.

Verwendete sie dann aber doch einmal Leinwand, plant und malt sie den Hintergrund für ihre Blüten überaus sorgfältig. Nicht selten tauchen darauf traditionelle Kachelmuster auf, wie sie sie einst im Haus ihrer Großmutter vorfand. In kleinen Stickrahmen hat sie als Hommage an ihre Mutter, die als Handarbeitslehrerin tätig war, kleine Bilder untergebracht, in denen Malerei ebenso untergebracht sind wie kleine Stickelemente auf bunten Stoffen.

Bis zum 24. April ist die Ausstellung „Unverblümt“ im Jülicher Hexenturm jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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