Unüberhörbar: Sirene fürs Römerviertel

Von: Otto Jonel
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Die erste ihrer Art im Linnicher Stadtgebiet ist die mit Solarstrom betriebene Sirenenanlage am Wendehammer im Wohngebiet Römerviertel. Foto: Otto Jonel

Linnich. Sollte irgendwo in der Nähe ein Feuer ausgebrochen oder ein Tanklaster umgekippt sein, werden die Anwohner des Linnicher Römerviertels das vielleicht nicht sehen oder riechen. Hören werden sie es auf jeden Fall. Dafür sorgt die HES 600 Solarmastanlage.

Diese elektronische Warnanlage ist seit Dienstag in Betrieb und die modernste „Sirene“ der Stadt Linnich. Dass es sich um eine Sirene handelt, lassen eigentlich nur die beiden Trichterlautsprecher an der Spitze des gut über zehn Meter hohen Mastes ahnen. Ansonsten erinnert die Konstruktion eher an einen Laternenmast. Auffällig ist das Solarpaneel, in der unteren Masthälfte, aber so hoch angebracht, dass es ohne Hilfsmittel nicht erreichbar ist.

Wozu eine Sirene, wenn das nächste Feuerwehrgerätehaus doch nur einen Kilometer entfernt ist? Genau deshalb, erklärte Dierk Schumacher, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Bauen und Wohnen bei der Stadt Linnich. „Der Standort wurde in Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr ausgewählt, um das Wohngebiet Römerviertel zu erreichen und eine möglichst große Bevölkerungszahl zu alarmieren.“ Man habe eben festgestellt, dass dieser Bereich mit der für Linnich höchsten Einwohnerdichte in puncto Alarm- und Sirenenanlagen eher unterversorgt sei. Die moderne Mastsirene dient also nicht in erster Linie dazu, Feuerwehrleute zu wecken, auch wenn sie dazu durchaus in der Lage ist. „Sie ist voll und ganz in das kommunale Sirenennetz eingebunden“, versichert Schumacher. Aber nicht bei jedem Alarmierungsfall der Feuerwehr sieht die Alarm- und Ausrückordnung der Feuerwehr einen Vollalarm vor. In vielen Fällen wird nur „stiller Alarm“ ausgelöst.

Dass sie kann, was sie soll, hat die neue Sirene am Dienstag beim Probelauf unüberhörbar bewiesen – was prompt Anrufe im Rathaus zur Folge hatte, was da denn los sei.

Als Mastanlage ist die Sirene im Römerviertel zwar die modernste, aber nicht die erste im Stadtgebiet. „In Glimbach und Kofferen haben wir schon Sirenen auf Masten aufgebaut“, sagt Schumacher. Dabei handelte es sich allerdings um die bekannten Rundsirenen Typ Heulpilz, wie man sie auf Gebäudedächern sieht. „Wenn wir künftig vor der Entscheidung stehen, Sirenen zu ertüchtigen, dann mit diesen neuen Anlagen“, schätzt Schumacher.

Dass sich die Stadt Linnich die moderne Sirenenanlage auf Solarmast geleistet hat, geht auf eine Landeszuweisung zurück. Mit einer fachbezogenen Pauschale zur Ertüchtigung des Sirenennetzes wurde der Solarheuler mit Landesmitteln in Höhe von knapp 12 200 Euro gefördert.

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