Kreis Düren - „Unser Dorf hat Zukunft“: Ederen Gold-Dorf auf Kreisebene, Silber an Siersdorf

„Unser Dorf hat Zukunft“: Ederen Gold-Dorf auf Kreisebene, Silber an Siersdorf

Von: cro/Kr.
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Auf den Streuobstwiesen um Ederen wächst inzwischen auch eine fast ausgestorbene heimische Sorte: der Linnicher Bohnapfel. Foto: Richard Reuters
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Edle Dörfer im Kreis: Vossenack erhält die Goldmedaille und tritt auf Landesebene an. Foto: Rose
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Abordnungen aus Ederen (Gold auf Kreisebene/r.)... Foto: Kreis Düren
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...und Siersdorf (Silber/r.) freuten sich über die Auszeichnungen im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Foto: Kreis Düren

Kreis Düren. Die Teilnehmer am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ stehen fest: Der Heimbacher Stadtteil Vlatten sowie der Ortsverbund aus Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand werden im kommenden Jahr den Kreis Düren vertreten.

Mit dem Linnicher Ortsteil Ederen und dem Dürener Stadtteil Berzbuir erhielten zwei weitere Dörfer eine Goldmedaille auf Kreisebene, nehmen aber nicht am Landeswettbewerb teil. In der Kreuzauer Festhalle haben die Ortsvertreter am Dienstagabend ihre Urkunden von Landrat Wolfgang Spelthahn in Empfang genommen. 24 Orte hatten teilgenommen.

Im dritten Anlauf, nachdem Ederen zwei Silbermedaillen geholt hatte, gab es das erhoffte Gold für die Bemühungen der Dorfgemeinschaft. Eine Abordnung war zur Preisverleihung nach Kreuzau gereist. Natürlich war die Freude riesengroß, als die Ederener unter den vier Goldmedaillen-Gewinnern waren. Die Gruppe ist sich sicher, „dass wir vor allem durch das aktive Dorf- und Vereinsleben punkten konnten sowie die Bemühungen, die Infrastruktur innerhalb der Ortschaft zu verbessern“, sagte Heinz-Willi Spelthann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Einsatz für die Umwelt, der unter anderem die Schaffung von neuen Wanderwegen rund ums Dorf umfasst. Spelthann nennt als weiteres Motiv der Jury das nächste Ziel der aktiven Ederener: nämlich einen Weg in Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Welz zu planen. Doch nicht nur die Goldmedaille nahmen die Ederener voller Stolz entgegen. Sie erhielten auch einen Sonderpreis der Indeland GmbH für ihr Streuobstwiesen-Netzwerk.

Seit Jahren bemühen sich die Ederener darum, die Streuobstwiesen, die es früher um fast jedes Dorf herum gab, neu aufzubauen und vorhandene zu erhalten. Dabei kommt dann auch eine heimische Obstbaumsorte zum Einsatz, die fast ausgestorben war: der Linnicher Bohn­apfel.

Präsentation im Internet

Die Ortsgemeinschaft Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand aus der Gemeinde Hürtgenwald hatte „intensiv gehofft“, dass ihre Mühe belohnt wird, erzählt Manfred Braun am Tag danach. Der 65-Jährige ist der Sprecher der Gruppe. Die Orte nehmen nicht zum ersten Mal an dem Wettbewerb teil, der Unterschied aber zu den vergangenen Jahren ist: Sie präsentieren sich nun gebündelt im Internet (www.vossenack.nrw), und der Verbund hat seit Ende 2016 ein Leitbild. „Wir haben bei den vergangenen Teilnahmen immer als Rückmeldung bekommen, dass uns so etwas fehlt.Jetzt haben wir eins, und es hat sich gelohnt“, erzählt Braun. Zwei Jahre hat die Entwicklung in Dorfkonferenzen und Arbeitskreisen gedauert.

Das Ergebnis: Die Bürger haben sich am Namen „Vossenack“ orientiert und jedem Buchstaben ein Ziel zugeordnet. Das „O“ steht zum Beispiel für Offenheit – alle Bürger sind eingeladen, sich an der Dorfentwicklung zu beteiligen. Ein „S“ steht für Selbstbewusstsein, dass sich etwa in der Gründung des Dorfforums widerspiegelt – ein Beweis dafür, dass die Bürger die Geschicke des Dorfes selbst in die Hand nehmen.

Das offene Dorfforum mit Teilnehmern aller Vereine und Einrichtungen trifft sich in der Regel einmal im Quartal. Aus einem Treffen vor vier Jahren ist zum Beispiel die Idee des Freibads in Vossenack entstanden.

In zweieinhalb Stunden hat ein Arbeitskreis um Braun der Jury im Juli die drei Orte vorgestellt. „Wir haben die Zeit prima genutzt und gezeigt, worauf wir stolz sind“, meint Manfred Braun. Dazu zählt unter anderem im sozialen Bereich (ein Bewertungskriterium) der Zusammenhalt der Generationen. „Das Seniorenzentrum als größter Arbeitgeber kooperiert mit dem Kindergarten und den Schulen. Erzählabende werden zum Beispiel organisiert.“

Bei der Vorstellung hoben Braun und seine Mitstreiter auch hervor, dass im Hauptort Vossenack die Nahversorgung dank „toller Infrastruktur“ gegeben ist und „der komplette Bildungsweg“ von Kindergarten bis Gymnasium gegangen werden kann. Ein Film am Ende des Tages rundete die Vorstellung ab.

Vlatten zum vierten Mal

Vlatten ist zum wiederholten Male ein „Golddorf“ und zum vierten Mal für den Landeswettbewerb qualifiziert. Dort gab es in der Vergangenheit Silber als bislang höchste Auszeichnung. „Mit Gold haben wir nicht gerechnet“, sagt Kurt Krüttgen, 63, seit der Gründung 1995 Vorsitzender des Bürgervereins. Gut 30 Projekte hat der Verein seitdem umgesetzt, um das Dorf voranzubringen. „All das, was wir tun“, betont Krüttgen, „machen aber nicht für die Wettbewerbe, es geht allein um die Bevölkerung.“

So hat die Gemeinschaft in Eigenleistung in den vergangenen Jahren unter anderem ein neues Feuerwehrgerätehaus und eine neue Friedhofsmauer errichtet und das Sportheim als Treffpunkt erweitert, nachdem die letzte Gaststätte schließen musste. Einen Sonderpreis hat der Ort am Dienstag für seine Bauerngärten erhalten.

Außerdem macht die Dorfgemeinschaft auf sich aufmerksam, indem sie jährlich einen Veranstaltungskalender erstellt.

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