Unplugged: Anne Haigis spielt Perlen beim NeoiseLess-Konzert

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Jülich. Songperlen wollte Anne Haigis an diesem grandiosen NoiseLess-Auftakt des Jahres am vergangenen Samstag darbieten, aber dabei alleine blieb es nicht.

Eröffnet wurde der Abend von Natascha Wenrich, Sängerin der in der Region bekannten Formation Beets N Berries, die begleitet wurde von Ralf Hintzen am Piano. Ihre charismatische Stimme, die einfühlsamen Interpretationen populärer Lieder, breiteten einen Klangteppich mit Wohlfühlcharakter aus. Erst nach einer Zugabe durfte Natascha die Bühne verlassen. Sie wird mit ihrer Band, den Beets N Berries am 30. August ein eigenes NoiseLess Konzert spielen.

Nach kurzer Pause gehörte die Bühne samt und sonders Anne Haigis. Abseits des Mainstream gibt es Musiker, deren Arbeit sich durch Kontinuität, Intensität und Leidenschaft auszeichnet. Anne Haigis zählt zweifellos zu diesen Ausnahmekünstlern. Die (bekennende) Schwäbin, die einst von Wolfgang Dauner gefördert wurde, 1979 den Nachwuchspreis für Jazz erhielt, in den 80er Jahren mit ihren deutschen Liedern Charterfolge feierte, später mit Melissa Etheridge und Nils Lofgren arbeitete, trat erstmals in Jülich auf. Sie adelte die NoiseLess-Reihe.

Befreit vom Ballast der seinerzeit üblichen Überproduktionen, reduziert auf zwei Gitarren, singt sie ihre Lieder voller Sehnsucht und Fernweh, bewegt sich mit ihrer voluminösen rauchigen Stimme sicher zwischen Soul, Country und Rock.

Frieden habe sie geschlossen, so erzählt sie es vor ausverkauften Haus ihren Fans, Frieden mit ihren alten Hits, die sie erst seit kurzer Zeit wieder spielt. Und so werden Songs, wie „Indigo“, „Haut für Haut“, „Kind der Sterne“, „Immer wieder Du“ zu gänzlich neuen Hörerlebnissen. Ihr wohl größter Erfolg, die Zusammenarbeit mit Eric Burdon und Tony Carey ertönt rockend mit „No Man’s Land“. Es wurde mitgesungen, mitgeklatscht, mitgelitten und mitgefreut bei diesem emotionalen Konzerterlebnis.

Unterstützt von der talentierten Singer/Songwriterin Ina Boo – ausgezeichnet mit dem deutschen Rock- und Pop Preis 2006 – an Gitarre, Gesang und Klavier wurde Tom Waits‘ Version von „Waltzing Matilda“ oder die Reminiszenz an Trude Herr mit „Nacht aus Glas“ zu betörend, eindringlichen Hörerlebnissen.

Es bedurfte gleich mehrerer Zugaben, bevor Anne Haigis und Ina Boo mit Standing Ovations von einem begeisterten, inspirierten und berührten Publikum entlassen wurden. Berührungsängste kennt die sympathische Sängerin nicht, so erfüllte sie noch lange nach dem Konzert Autogrammwünsche und signierte mitgebrachte Schallplatten und ihre aktuelle CD „Wanderlust“ für ihre Anhängerschaft.

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