Unfallträchtiger Herbsttag im Jülicher Land

Von: jan
Letzte Aktualisierung:
13218257.jpg
Zwei Verletzte waren die Folge dieses Unfalls auf der Autobahn 44 bei Aldenhoven am Dienstagabend. Foto: Horrig

Jülich. Alle 64 Minuten passiert im Kreis Düren ein Unfall im Straßenverkehr. Das sagt die Statistik der Polizei über das Jahr 2015. Die meisten Unfälle verlaufen glimpflich, die 17 Todesfälle im vergangenen Jahr sind trotzdem zu viele. Es gibt Stunden und Tage, da wird diese Statistik ad absurdum geführt. Dienstagabend und Mittwochmorgen zum Beispiel, als es im Jülicher Land zweimal schwer krachte.

Mittwochmorgen passierte der Unfall auf der Bundesstraße 55n, Dienstagabend rückten Feuerwehr und Rettungskräfte zu einem Unfall auf der Autobahn 44 hinter der Abfahrt Aldenhoven aus, sieben Menschen wurden verletzt, darunter zwei Kleinkinder. Beim Spurwechsel war es zu einem Auffahrunfall gekommen, ein drittes Auto fuhr in die ungesicherte Unfallstelle hinein.

Eine Statistik führt die Polizei nicht darüber, ob in den Wintermonaten mehr Unfälle passieren als in der hellen Jahreszeit. „Aber es ist natürlich trotzdem äußerst sinnvoll, im Straßenverkehr darauf Rücksicht zu nehmen, dass sich die Bedingungen ändern“, sagt Polizeisprecherin Julie Greve.

Es ändert sich jede Menge. Die meisten Dinge sind klar ersichtlich, trotzdem reagieren viele Verkehrsteilnehmer nicht darauf. Dass Hartmut Dreßen, der Vorsitzende der Verkehrswacht Jülich, darauf hinweist, dass es jetzt an der Zeit sei, die Winterreifen aufzuziehen, ist keine Überraschung. Die Faustformel von O bis O, Oktober bis Ostern, gilt nach wie vor. „Der Bremsweg mit Winterreifen ist kürzer, sie krallen sich besser in den Asphalt“, sagt Dreßen.

Darüber hinaus empfiehlt Dreßen mehrere Tests, den Lichttest beispielsweise, den viele Werkstätten kostenlos anbieten. „Die Mängelquote liegt bei 35 Prozent“, sagt Dreßen. Das falle vor allem jetzt bei mehr Dunkelheit um so deutlicher auf. Erschütterungen verstellen die Scheinwerfer. Generell rät die Verkehrswacht im Winter dazu, bei jeder Fahrt das Licht einzuschalten. „Lichtfahrer sind sichtbarer“, lautet die Devise. Viele Frontalunfälle auf Landstraßen könnten so verhindert werden, vor allem, wenn die Fahrbahn durch dunklere Waldabschnitte führt.

Gleichzeitig empfiehlt Dreßen für alle Fahrer ab 40 Jahre einen jährlichen Sehtest. Das Sehvermögen lasse schleichend nach, eine Veränderung, die der Betroffene nicht bemerke. „Wir bieten selbst Sehtests an. Rund zehn Prozent aller Teilnehmer stellen dann erstaunt fest, dass ihre Sehkraft nicht mehr reicht“, schildert Dreßen.

Weiterhin rät Dreßen dazu, die Scheiben und Scheinwerfer in den Wintermonaten gelegentlich von Hand zu reinigen und zu überprüfen, ob die Scheibenwischer noch voll funktionsfähig sind. Im Gegensatz zur normalen Beleuchtung, bei der viele Autofahrer im Winter zu sparsam mit Licht umgingen, sei das bei der Nebelschlussleuchte oft umgekehrt, sie werde zu früh eingeschaltet und störe so andere Fahrer. 50 Meter Sichtweite, also zwei Pfosten weit auf einer Landstraße: Erst wenn die Sicht nicht weiter reicht, solle die Leuchte eingeschaltet werden.

Jedem Verkehrsteilnehmer rät Hartmut Dreßen zur Teilnahme an einem Sicherheitstraining, das die Verkehrswacht regelmäßig auf dem Übungsplatz in Koslar anbietet. Die Preise für die unterschiedlichen Tageskurse liegen zwischen 60 und 90 Euro.

„Bei älteren Fahrern ist der Führerscheinerwerb oft 50 Jahre und mehr her. Sie wissen gar nicht, wie sich ihr Fahrzeug in Grenzsituationen verhält“, sagt Dreßen. Bremsen und Ausweichen – auch bei Schnee und Glatteis – kann man lernen. „Es gibt viel Sicherheit, wenn man weiß, was ein modernes Auto kann.“

Einen Ratschlag hat der Verkehrswacht-Vorsitzende noch: In der dunklen Jahreszeit sollte jeder Fahrer überlegen, ob er den Fuß nicht noch ein bisschen mehr vom Gas nimmt. Nasse, gefrorene oder wegen Herbstlaub rutschige Straßen sind ein zusätzliches Risiko. „Da ist es oft ratsam, auf einer Landstraße 80 zu fahren statt der erlaubten 100 Stundenkilometer. Spätestens an der nächsten Ampel ist die beim Überholen und schnellen Fahren auf der Landstraße gewonnene Zeit wieder weg.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert