Unbeschwerter Aufenthalt: Kinder aus Tschernobyl in Alsdorf

Von: ma.ho.
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Kinder aus der Region um Tsche
Kinder aus der Region um Tschernobyl waren begeistert vom Brückenkopf-Park. Foto: Horrig

Jülich. Seit Jahren schon besucht der Verein „Helft den Tschernobyl-Kindern” e.V. Alsdorf mehrmals im Jahr den Brückenkopf-Park Jülich, um mit Gastkindern aus Weißrussland erholsame und unbeschwerte Stunden in der Freizeitanlage zu verbringen.

Der Verein, sechs Jahre nach der Reaktorkatastrophe gegründet wurde, setzte sich zum Ziel, den von radiaktiver Strahlung belasteten Kindern von Uljanovo zu helfen. Otto Stöcker, 1. Vorsitzender des Alsdorfer Vereins, brachte bei seinem Besuch vor einigen Tagen die Bürgermeisterin aus Uljanovo, Olga Seliverstova, sowie die Sozialverantwortliche, Tamara Korbakova, mit zum Brückenkopf-Park.

In einem Gespräch erzählten beide Damen, dass sie auf einer einwöchigen Besichtigungstour seien, um sowohl den Alsdorfer Verein als auch den belgischen Partner-Verein „Eine Hand für Tschernobyl-Kinder VoG”, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, zu besuchen.

Genau 25 Jahre ist es her, dass sich nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl radioaktive Wolkenfelder weit übers Land verteilten. Eine der stark betroffenen Regionen war der Bezirk Uljanovo, rund 300 Kilometer südwestlich von Moskau. Insgesamt leben dort nur etwa 8000 Menschen in der Kreisstadt und in 24 Kolchosen. Die Menschen dort hatten nicht körperlich unter Strahlenbelastung zu leiden, aber keiner wollte mehr die Lebensmittel aus diesem verstrahlten Bezirk kaufen, und Arbeitslosigkeit machte sich breit. Es wurden erste Hilfsgütertransporte gestartet, und im Laufe der Zeit reisten auch die ersten Kinder aus Uljanovo zu einem vierwöchigen Erholungsurlaub nach Deutschland und Belgien.

Durch die Strahlenbelastung leidet nicht nur das Immunsystem, sondern auch Herz- und Kreislauferkrankungen verbreiten sich.

Dr. Dorothee Esser, Geschäftsführerin der Brückenkopf-Park GmbH, zeigt sich begeistert von dem Engagement des Alsdorfer Vereins und freute sich, die Verwaltungschefin aus Uljanovo sowie Tamara Korbakova, drei Gastkinder sowie Otto Stöcker im Park begrüßen zu können. „Es ist uns eine Freude und Selbstverständlichkeit, den Verein in seiner Arbeit unterstützen zu können und werden es auch weiterhin machen”, so Esser.

Der Besuch aus Weißrussland waren begeistert vom Park und den vielen Spielmöglichkeiten für die Kinder. Hier können die kleinen Besucher einmal ihre Krankheiten und Probleme für eine kurze Zeit vergessen und nach Herzenslust spielen.

Die Bürgermeisterin zeigte sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und betonte, wie wichtig diese für ihren Bezirk sei. „Diese Woche war sehr aufschlussreich und interessant. Wir haben viele Ideen und Eindrücke gesammelt, die wir versuchen, vor Ort bei uns umzusetzen. Unser Dank gilt allen Beteiligten und den Gasteltern”, so Selivestova.

Der Verein „Helft den Tschernobyl-Kindern” e.V. Alsdorf sucht noch dringend Gasteltern für die kleinen Besucher aus Weißrussland. Wer Interesse daran hat, den Verein in irgendeiner Form zu unterstützen, kann sich mit Otto Stöcker, Tel. 02404/ 66166, in Verbindung setzen.
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