Unbekannte beschmieren die Gedenkstele im Römerpark

Von: zts
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Entsetzt zeigten sich Bürgermeister Lothar Tertel (v.r.), Günther Schorn und Matthias Röder über die beschmierte Gedenkstele. Foto: Zantis

Aldenhoven. Die große Sorge, die Günther Schorn von der Aldenhovener Geschichtswerkstatt um das Mahnmal der jüdischen Mitbürger im Aldenhovener Römerpark bewegte, hat sich am Mittwoch auf schändliche Weise bewahrheitet: Nach den Schmierereien an der evangelischen Kirche wurde auch die Erinnerungs-Stele mit der Parole „Gegen Israel“ entehrt und verunstaltet. Gleichzeitig wurde die Umzäunung zerstört.

Die Stele als Mahnmal gegen das Vergessen ist ein Gemeinschaftswerk der Aldenhovener Bevölkerung und des Künstlers Karl Heinz Schumacher. Mit dem Wort „Lo Tischkach“ – „Vergiss nicht“ sollten die Gräueltaten an den Aldenhovener Juden für die Zukunft symbolisiert werden. Trauerbänder mit den Namen der ermordeten Aldenhovener Juden durchziehen die zerstörte Welt und formieren sich zum Davidstern. Mitten aus diesem Hexagramm wächst die Stele empor.

Bürgermeister Lothar Tertel beklagte entsetzt „eine Verunstaltung von wenigen“, die aber alle Bürger angehe. Mit den entehrenden Parolen sei auch das Eigentum der Gemeinde beschädigt worden. Inzwischen hat die Geschichtswerkstatt bei der Polizei Anzeige erstattet.

Obwohl die Erinnerungsstätte im Römerpark fast täglich von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt beobachtet wird, war die Entdeckung der Verunstaltung für Matthias Röder ein Schock. Die Frontseite mit dem Davidsstern und der Erinnerungsschrift wurde mit dunkler Sprühfarbe unkenntlich gemacht. Auf der Rückseite prangt unter der Inschrift „Die Bürger von Aldenhoven“ die Hetzschrift „Gegen Israel“ und an der Westseite die Zahlenreihe 14/88. Die Zahl 14 steht für „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und eine Zukunft für die Kinder sichern“. Die Zahl 88 symbolisiert den achten Buchstaben im Alphabet und ist die Abkürzung aus der Neonazi-Szene für „Heil Hitler!“.

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