Umzugsmehrheit gerät nicht ins Wanken

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Die Damen und Herren auf den Zuschauerplätzen des Stadtrates hörten nicht, was sie sich gewünscht hatten. Etliche Vertreter der Realschule verfolgten die Diskussion über den Umzug ihrer Schule und den Sanierungsplan für das Schulzentrum in der Hoffnung, dass es nicht so kommt.

Die breite Mehrheit geriet aber nicht ins Wanken, das hatte sich schon beim „Stadtgespräch” in dieser Woche angedeutet. Doch trotz der klaren Abstimmungsverhältnisse kam es zu einem verbalen Schlagaustausch, nachdem JÜL-Fraktionssprecher Heinz Frey ein Gerücht in die Öffentlichkeit gesetzt hatte - sicher nicht unabsichtlich.

„Wo liegen die wahren Gründe”, fragte er die Ratsvertreter nach den Motiven der von ihm inzwischen abgelehnten Schulplanung. Er habe gehört, dass das „Filetgrundstück Realschule mehr oder weniger schon verkauft ist. Und wenn das so ist, wäre das ein Schlag ins Gesicht aller.” Zuvor hatte er seine Kritik aus dem Hauptausschuss erneuert: „Wer den Umzug beschließt, leitet das Ende des dreigliedrigen Schulsystems ein. Dem Schulstandort Jülich wird schwerer Schaden zugefügt”, so Frey.

Peter Capellmann (CDU) warf dem Vertreter der Unabhängigen Wählergemeinschaft darauf vor, „bewusst mit den Ängsten der Menschen zu arbeiten. Sie malen Szenarien an die Wand, von denen sie wissen, dass sie keine Rolle spielen”. Der Christdemokrat sieht nach den Maßnahmen die Schulen im Zentrum gestärkt.

Auch Jürgen Laufs (Bündnis 90/Grüne) erregte sich: „Ich weiß nicht, woher sie die Frechheit nehmen, von der Abschaffung des Systems zu sprechen. Wir beschließen über Räumlichkeiten und keine inhaltlichen Konzepte.” Da pflichtete auch Winfried Cremerius (FDP) bei: „Ich bin entsetzt, wie beratungsresistent hier manche sind. Kein Mensch hat je gesagt, dass wir die Realschule platt machen wollen.”

Sozialdemokrat Harald Garding forderte Heinz Frey auf beim Grundstücksgerücht „Ross und Reiter zu nennen oder den Mund zu halten”, sein Genosse Wolfgang Anhalt erklärte die Attacke des JÜL-Mannes mit dem Wahljahr, „aber bis dahin tragen wir alle die Verantwortung für die ganze Stadt”.

Letztlich hatte auch Bürgermeister Heinrich Stommel keine Erklärung für die von Frey verbreitete Behauptung: „Mit mir und uns hat niemand über das Grundstück gesprochen. Es entbehrt jeder Grundlage, was sie behaupten.” Bei sechs Gegenstimmen der JÜL-Fraktion votierte der Stadtrat ansonsten für die bekannte Planung: Das Schulzentrum mit GHS Ruraue und KGS wird saniert und um Neubauten erweitert.

In dieser Zeit bleibt die Realschule am Aachener Tor, wobei die Fassade gesichert und die Turnhalle abgerissen werden soll. Nach der Sanierung des Zentrums soll der Umzug erfolgen, was drei bis fünf Jahre dauern kann. Die Schulgremien werden in Kürze am Verfahren beteiligt und müssen Stellung beziehen, bevor der Rat sich damit noch einmal auseinandersetzt und die endgültige Entscheidung trifft. Dann wird die Detailplanung erfolgen, inklusive der notwendigen zusätzlichen Sporthalle, deren Größe auch strittig ist.
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