Jülich - Umzug von Stadtarchiv und Musikschule: Viele Fragen offen

Umzug von Stadtarchiv und Musikschule: Viele Fragen offen

Von: ptj
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„Kantenhocker” zur Verschönerung der Stadtbücherei: Barbara Hofzumahaus (l.) und Gaby Sorajic präsentieren erstandene Exemplare, angefertigt von Schülerinnen des Mädchengymnasiums. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Es ist alles offen, noch ist nichts verloren, aber auch noch nichts gewonnen”, kommentierte Elisabeth Vietzke, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbücherei, den aktuellen Stand der viel diskutierten Streitfrage bei der Jahreshauptversammlung.

Sie resümierte: Die betreffenden 45 Quadratmeter im Untergeschoss, auf deren Nutzung Stadtbücherei und Stadtarchiv gleichermaßen bestehen, sollen laut ursprünglicher Planung der Verwaltung zugunsten des Archivs abgetrennt werden.

Kosten: rund 40.000 Euro. Nach Rundem Tisch, einem Schreiben an den Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales (KIS) sowie einer Unterschriftensammlung im Dezember mit 682 Stimmen für die Bücherei fand der KIS-Ausschuss die Schirmerschule als Alternative.

Nach Umzug in den Neubau sollen dort im September das komplette Stadtarchiv und die Musikschule einziehen, während die Bücherei endlich Platz für ihre 12.000 Bände und 70.000 Besucher im Jahr hätte. Zudem würden der „Info-point” für Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der geplante Ausbau für die „School corner” nicht behindert. „Die Politik möchte, die Stadt hält sich zurück.

Wir müssen dran bleiben”, mag die Vorsitzende der Umsetzung noch nicht ganz trauen. Die statische Prüfung der Schirmerschule sollte eigentlich bis zur Ausschusssitzung abgeschlossen sein, der Termin wurde indes nicht eingehalten. Weitere Argumente für den Umzug des Archivs fielen, wie der Schutz der Anwohner der Musikschule vor Lärmbelästigung oder der Zugewinn eines Veranstaltungsortes mit der Aula der Schirmerschule.

Der Förderverein, der 2008 Silberjubiläum feierte, zählt 117 Mitglieder, inklusive Büchereileiter Werner Wieczorek. Ende 2008 hatte er mehr als 9000 Euro in der Kasse. Die Verringerung von über 800 Euro im Laufe des Jahres hält Kassiererin Barbara Hofzumahaus als „sinnvoll für einen Förderverein, der nicht ansparen will”.

Zu den Vorjahreserfolgen zählten der Sommer-Leseclub, die beiden Flohmärkte mit einem Erlös von 996 Euro für sinnvolle Anschaffungen und die Aktionswoche „Deutschland liest”. Insgesamt erfolgten 42 Führungen und 78 Veranstaltungen.

„Leicht geschafft” wurde nach Bekunden Wieczoreks das Ziel, die Zahl der Lesepaten auf 22 zu verdoppeln. Lesepaten, auch Herren, seien weiterhin willkommen.

Besondere Erwähnung fand in diesem Zusammenhang der ehrenamtliche Einsatz von „Coach” Monika Hantschel aus Aldenhoven bereits im zweiten Jahr. Als jüngere Lehrerin und Verlagsmitarbeiterin bietet sie die Möglichkeit, Bücher kennen zu lernen, „auf die wir sonst gar nicht gekommen wären”, wie Lesepatin Edda Koch betonte. Gemeinsame Sprechübungen und Erweiterungen des Tätigkeitsfeldes der Lesepaten komplettieren das Coaching-Angebot.

Treffen der Kindergärten geplant

Wieczorek plant unter anderem ein Treffen mit allen Jülicher Kindergärten, die bereits reges Interesse bekundet haben, zum gegenseitigen Austausch in der Stadtbücherei. Ein erfolgreicher Info-Nachmittag für Eltern durch Monika Hantschel bei gleichzeitigem Beschäftigungsangebot für Kinder soll zur festen Einrichtung werden; eine Ausweitung auf Großeltern und Enkel ist schon angedacht. Nicht zuletzt zählt eine Neugestaltung des Jugendbereichs der Bücherei zur weiteren Planung.
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