Umbrüche schütteln DRK-Kreisverband

Von: ptj
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Geehrte und Vorstandsmitglieder scharen sich vor dem Café Pasqualini um das Notarztfahrzeug des DRK. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wir machen zu wenig Gewinn, wir sind aber durchaus ein gesundes Unternehmen.“ Das sagte Dirk Beemelsmanns, Schatzmeister des DRK-Kreisverbandes Jülich, bei der Jahreshauptversammlung im Café Pasqualini zu den Geschäftsjahren 2012 und 2013.

Die Bilanzsumme von gut 1,3 Millionen Euro in 2013 bezeichnete Kreisvorsitzender Justus Peters als „solide Eigenkapitaldecke“ – und das nach einem Minus von 29.000 Euro in 2012. Bei den Jahresabschlüssen war ein Steuerberater hinzugezogen worden. Allerdings sollte sich die Generierung neuer kostendeckender Aufgabenbereiche auf dem Kreisverbandsgebiet mit rund 73.500 Einwohnern in etwa 33.000 Haushalten künftig sehr schwierig gestalten. Daher ist eine engere Zusammenarbeit mit anderen DRK-Gliederungen angedacht.

Der Ratsbeschluss der Stadt Jülich von Ende 2013, die Trägerschaft ihrer Rettungswache an den Kreis Düren zurückzugeben, ist bereits auf den Nordkreis bezogen umgesetzt. Mit der Übernahme gingen auch die bestehenden Verträge und die Überarbeitung des Rettungsdienstbedarfsplanes des Kreises Düren auf diesen über. Für den Nordkreis ist hier die Verlagerung eines Rettungswachenstandortes im Bereich der Stadt Jülich vorgesehen. Beide Hilfsorganisationen, das DRK und der Malteserhilfsdienst (MHD), haben ihre Bereitschaft signalisiert. Aufgrund eines Gutachtens ist derzeit von einer Verlagerung des MHD-Rettungswachenstandortes auszugehen.

Eine neue Herausforderung ereilte den Kreisverband mit der unerwarteten Kündigung ihrer Katastrophenschutzunterkunft in Koslar. Deshalb werden geplante Gebäudesanierungen in der Oststraße zurückgestellt. Eine Arbeitsgruppe arbeitet mit Hochdruck an einer sinnvollen Lösung der Raumproblematik. Weil 2013 der DRK-Bereich für die betriebliche Erste-Hilfe-Ausbildung von den Berufsgenossenschaften rezertifiziert wurde, hat der Kreisverband in der alten Grundschule in Stetternich einen bereits angemieteten Raum zum Mehrzweckraum umgebaut. Schließlich will man den Anforderungen einer modernen teilnehmerorientierten Ausbildung gerecht werden. Nach dem Notfallsanitätergesetz enden die Ausbildungsmöglichkeiten zum Rettungsassistenten Ende des Jahres. Nach dem aktuellen Referentenentwurf des Rettungsdienstgesetzes NRW soll der Rettungsassistent aber seine aktuelle Daseinsberechtigung bis 2023 behalten.

Die im Mai 2010 gestartete Fördermitgliederwerbung hat sich mit 1108 Fördermitgliedern mit einem Jahresbeitrag von rund 62.000 Euro positiv entwickelt. Die Fördermitglieder unterstützen mit einem freiwilligen und in der Höhe selbst bestimmten Mitgliedsbeitrag die DRK-Arbeit im Nordkreis. Peters dankte den Haupt- und Ehrenamtlern und Freiwilligendienstleistenden für ihre rettungsdienstliche Betreuung, bei Feiern, Bränden und Unfällen. „Letzte Nacht hieß die Herausforderung Naturgewalten“, ergänzte er.

Auch Privatpersonen, Firmen und Organisationen unterstützen die wertvolle Arbeit des DRK durch Spenden. Nach den Ausführungen von Ausbildungsleiter Volker Derichs wurden im vergangenen Jahr 111 Ersthelfer-Lehrgänge mit 792 Teilnehmern durchgeführt (gegenüber 116 mit 983 Teilnehmern in 2012). Ein AED-Lehrgang mit 17 Teilnehmern mit dem Defibrillationsgerät wurden verzeichnet (zwei mit 31 Teilnehmern in 2012). Lebensrettende Sofortmaßnahmen wurden sechs Mal mit 31 Teilnehmern durchgeführt (13 Lehrgänge mit 99 Teilnehmern in 2012).

Nach fast einjähriger Renovierungsphase wird das „DRK Bildungszentrum“ in Stetternich in Betrieb genommen. Neue Angebote wie Erste Hilfe für Senioren oder das kostenlose Angebot „Fit in Erster Hilfe“ für Fördermitglieder, sowie eine veränderte Situation in der Ausbildung „Lebensrettende Sofortmaßen“ sollen dem weiteren Rückgang entgegenwirken. Derichs forderte „mehr Akzeptanz der Abteilung innerhalb der Gemeinschaft“, sowie vereinfachte Wege zur Beschaffung von Material und Personalkosten.

Für den zurückgetretenen ersten stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Edmund Buchmann wurde in einer Ersatzwahl das bislang beratende Mitglied Holger Kniebel gewählt.

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