Selgersdorf - Umbau soll neue Mitte schaffen

Umbau soll neue Mitte schaffen

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Professor Gregor Rutrecht vom
Professor Gregor Rutrecht vom Aachener Team „Artektus Architekten” stellt die Umbaumaßnahme der Selgersdorfer Pfarrkirche vor. Foto: Jagodzinska

Selgersdorf. Viel Zuspruch fand die Präsentation eines Vorentwurfs zur Umgestaltung der Pfarrkirche St. Stephanus Selgersdorf durch das Aachener Team „Artektus Architekten” im Stephanushaus.

Das Architektenteam besteht aus Professor Gregor Rutrecht und Ingenieur Florian Schweitzer.

Grünes Licht für den ersten Teilabschnitt hatten bereits Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat Selgersdorf, das Verwaltungszentrum der Region Düren-Eifel in Schleiden und das Bischöfliche Generalvikariat in Aachen gegeben, die jeweils Vertreter entsandt hatten.

Die Stephanie-Stiftung des Bistums hatte den Architektenentwurf (8900 Euro) mit 6000 Euro bezuschusst. Dr. Peter Nieveler, nach Dr. Peter Jöcken Vize im Kirchenvorstand, beantwortete zunächst die Frage: „Warum machen wir das überhaupt?” Kurz zusammengefasst sind die Gründe immense Sanierungskosten - hier steht das nicht behindertengerecht umgebaute Stephanushaus im Vordergrund - und schwindende Kirchenbesucher.

Nicht in das Projekt eingebunden ist die Kirchturmsanierung (geschätzte 250.000 Euro) und die der Kleist-Orgel aus 1929 (etwa 80.000 Euro). Die Kostenschätzung des Architektenbüros beläuft sich auf 798.000 Euro ohne Mobiliar. Doch bevor der Umbau starten kann, „müssen wir verkaufen”, und zwar die etwa 2600 Quadratmeter große Grundstücksfläche mit Stephanushaus, Parkplätzen und Wiese.

Getrennt und doch verbunden

Die „Visionen” des Architektenteams zielen laut Rutrecht darauf ab, eine „attraktive neue Mitte zu schaffen”: Der spirituelle und weltliche Raum soll jeweils seine eigene Identität behalten, „getrennt und doch miteinander verbunden sein”.

Hauptaspekt der Maßnahme ist es, die alte Dreischiffigkeit der Kirche, die genügend Raum für die Umgestaltung bietet, durch „einen künstlich eingesetzten Fremdkörper” wiederherzustellen: Der liturgische Raum in quadratischer Form mit erhöhtem Altar und der Orgel im Blickkontakt der Kirchenbesucher behält durch Glaswände seine Abgeschirmtheit. Mit etwa 72 Sitzplätzen ist er deutlich kleiner.

Der angrenzende Pfarrsaal, durch einen hölzernen Baukörper in Leichtbauweise vom Kirchenraum getrennt, verfügt über etwa 80 Sitzplätze und bietet genügend Raum für Feierlichkeiten. Zu größeren liturgischen Anlässen kann der Kirchenraum auf etwa 188 Plätze erweitert werden.

Zeichen der Öffnung

„Als Geste der Öffnung” soll im Außenbereich der Kirchenfront ein mit Treppen und einer Rampe umsäumter Vorplatz entstehen. Drei Eingänge führen in ein kleines Foyer mit Garderobe, das wiederum rechterhand in einen Luftraum zwischen Pfarrbüro und zwei WCs mündet und weiter zur Küche führt. Zwischen Toiletten und Gemeindesaal befindet sich ein kleines Stuhllager. Von dort aus geht es links in den Gemeindesaal, der in den liturgischen Raum führt.

Weitere Eingänge sind in der Front links zur Sakristei, weiter links zum Chorraum, im Turm rechts zum Pfarrbüro und in der Rückseite des Gebäudes als Anlieferung für die Küche gedacht.

Vom Foyer aus führt eine Treppe zur Empore. Dort findet sich Platz für einen Besprechungsraum im Turm, für ein WC und zwei Gruppenräume auf der jetzigen Orgelempore. Die Fenster „werden nicht berührt und die Großräumigkeit der Kirche bleibt erhalten”.

„Bleibt die sehr schöne Akustik?” lautete die bange Frage der ansonsten begeisterten Zuhörer aus dem Pfarrverbund. Laut Rutrecht müsse man einen Akustiker hinzuziehen. Nach seiner Schätzung käme das aber „gut hin”.

Weitere Überlegungen waren, ob der Raum im Obergeschoss „nicht zu schade für Nebenräume” sei. Ein Änderungsvorschlag war nach Beispiel der Jülicher Propsteikirche ein abgeschlossener Raum mit Fenster und Lautsprecher für Eltern, die mit Kleinkindern den Gottesdienst mitfeiern wollen.

Baubeginn noch unklar

Die Frage nach dem Baubeginn wurde mehrfach wiederholt. Die Architekten könnten nach einer drei- bis viermonatigen Planungsphase an den „Schnellstart” gehen. „Aber ohne Geld können wir nichts machen.” Ein Investor wäre daher wünschenswert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert