Ulrike Kienzler lässt den Pinsel sprechen

Von: ptj
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Von Menschen und aktuellen Themen inspiriert: Ulrike Kienzle (l.), im Bild mit Karin Pütz, Bereichsleiterin der Sparkasse Düren, will ihre Gemälde der Öffentlichkeit zeigen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Dem Menschen auf der Spur”, so nennt die Grafikerin und Malerin Ulrike Kienzler den Querschnitt ihrer thematisch breit gefächerten Gemälde, die derzeit in der Sparkasse Düren in Jülich zu sehen sind.

„Solange ich mich zurückerinnern kann, war ich am glücklichsten, wenn ich einen Stift zum Zeichnen in den Fingern halten oder in Farben schwelgen konnte”, sagt die aus Köln stammende Grafikerin, die vor ihrer Elternzeit sieben Jahre lang in der Werbeabteilung des dortigen Gerling Konzerns tätig war. Aber „irgendwann konnte ich mich nicht mehr freimachen von den Mechanismen der Werbeindustrie”, vermisste die Künstlerin Freiraum für eigene Sichtweisen und Wahrnehmungen.

Anziehungskraft der Farben

Mit dem Heranwachsen ihrer Kinder bekamen Phantasie und Ausdruck eine andere Bedeutung. Vor vier Jahren stellte Kienzler schließlich fest, dass „die Anziehungskraft der Farben und der Drang, mich über die Malerei auszudrücken, zu groß war”. Sie stellte ihre Arbeit als Grafikerin hinten an und konzertierte sich vor allem auf das Malen.

Jetzt hat die Künstlerin das Gefühl, ihre persönliche Entwicklung angepasst zu haben und „angekommen zu sein”. Sie beschloss, ihre Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen: Es handelt sich um 33, von der Farbgebung her zumeist expressionistisch orientierte, mit Acrylfarbe auf Leinwand festgehaltene Werke, realistisch bis abstrakt, oft träumerisch.

Bilder ohne Namen

Vielen Bildern gab sie keinen Namen, um dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, „wie durch ein Kaleidoskop die verschiedenen Blickwinkel auf sich wirken zu lassen”. So mögen manche Themen Märchen wie Schneewittchen oder Romanen wie Robinson Crusoe oder der Blechtrommel entsprungen sein, andere scheinen geschickt für bestimmte Produkte zu werben.

Ein realistisches Gemälde, in dem eine Frau mit nur angedeutetem Gesicht nach Bildtitel ihren letzten Anruf tätigt, ist für den Lucas-Cranach-Preis im Juli nominiert, der alle drei Jahre für junge zeitgenössische Kunst verliehen wird. Diese Nominierung sieht die heute in Niederzier wohnende Künstlerin als Anerkennung und Bestätigung und hofft, „in der Kunstszene Fuß fassen zu können”.

Die Werke der Grafikerin und Malerin Ulrike Kienzler sind bis zum 1. April in der Jülicher Zweigstelle der Sparkasse Düren ausgestellt.
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