Überraschender Wechsel bei der UWG Jül

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Der neue Vorsitzende der UWG Jül heißt Detlef Strauß (l.) und stammt aus der Jülicher Innenstadt. Foto: Uerlings

Jülich. Der Vorname bleibt, aber das ist auch alles: An der Spitze der UWG Jül hat sich Grundlegendes geändert. Überraschend wählte die Unabhängige Wählergemeinschaft einen neuen Vorsitzenden - Detlef Strauß für Detlef Trzolek. Damit vollzieht die zweitgrößte Kraft im Jülicher Stadtrat auch einen Paradigmenwechsel. Der Neue an der Spitze stammt nämlich nicht aus dem „Kernland” der Jül, den Dörfern, sondern aus der Innenstadt.

Und verkauft den Wechsel gleich offensiv: „In den Dörfern sind wir schon die stärkste politische Kraft, in der Kernstadt wollen wir das werden.” Mit diesen Worten übergab Detlef Trzolek den Vorsitz der Jül an Detlef Strauß, wie die UWG mitteilt, denn: Die Öffentlichkeit war zu der außerplanmäßigen Mitgliederversammlung nicht eingeladen. Trzolek hat sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt, wie sein Nachfolger auf Anfrage der Redaktion mitteilte.

Kein gutes Haar an der Jamaika-Koalition gelassen

In der Versammlung habe Detlef Strauß „als direkt betroffener Anwohner der Düsseldorfer Straße” mit einem Satz die Problemstruktur Jülichs aufgezeigt, schreibt die Jül weiter: „Jülich braucht mehr als drei Jahre und dazu noch gut 100.000 Euro Mehrkosten, um die Düsseldorfer Straße endlich in einen ,lebenswerten´ Zustand zu bringen.”

Strauß ließ kein gutes Haar an der seit einem Jahr bestehenden „Jamaika-Kooperation”. Wichtige Entscheidungen, Großprojekte und Bürgerangelegenheiten würden immer wieder verschoben, gerieten ins Stocken und würden schließlich ganz aufgegeben. So sieht er die völlig unterschiedliche politische Ausrichtung der Jamaika-Akteure als Grund.

„Statt die Zukunft der Stadt aktiv zu gestalten, zaudert, zögert Jamaika und diskutiert um die Besetzung von Aufsichträten und Amtsleiterstellen.” Die Nummer 2 im Stadtrat schreibt weiter: „Dass die Jülicher Vereine ständig erneut vertröstet werden und damit eine schnelle Lösung für die Stadthalle verhindert wird, ist symbolisch für Jülichs Stillstand.”

Stillstand herrsche laut Jül auch auf anderen „Baustellen”. Sie führt die „ruhende Großbaustelle KGS”, das von ihr selbst initiierte Schulkonzept, den Umbau der Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung mit SEG und GWS ebenso an wie das geplante Dienstleistungszentrum und die Ansiedlung von Kaufland.

Strauß sparte auch nicht mit Kritik an der Jülicher Verwaltung. Anstatt neue Dezernate einzurichten, die nur Geld kosteten, wäre es notwendiger, offene Stellen zu besetzen, so etwa im Bauhof. Denn Jülich vernachlässige sowohl bei Gebäuden als auch Straßen die Pflege und Instandsetzung.

Zum Abschluss ihrer Versammlung riefen die Mitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft alle Jülicher Bürger auf, sich zu engagieren, Proteste zu artikulieren, ihre Ideen voranzubringen und sich an der Arbeit der UWG zu beteiligen.

Die Rochade im UWG-Vorstand

Detlef Trzolek bleibt im Vorstand der UWG Jül und ist jetzt Beisitzer. Sein Nachfolger Detlef Strauss war zuvor Kassierer. Diese Position nimmt nun Heribert Braun ein.

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