Übernachtungsboom in Jülich: Zahlen versechsfacht

Von: Volker Uerlings
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Die neuen Gästeführer der Stadt: Sie verstärken ab sofort das vorhandene Team. Foto: Stadt/Stein

Jülich. „Touristen in Jülich? Ihr tickt nicht sauber!“ Das war vor ein paar Jahren bei Diskussionen in den Sozialen Netzwerken zu lesen. Dabei ging es um die Finanzierung des Baukomplexes mit Jugendgästehaus (heute JUFA Jülich), Energieerlebnispavillon und Brückenkopf-Park-Verwaltung, die ja weit überwiegend von der öffentlichen Hand übernommen wurde.

Es lässt sich bis heute streiten, ob diese Art der Finanzierung richtig oder falsch war, aber die Eingangsfrage ist sehr deutlich zu beantworten. Es gibt sie, die Touris, und nicht zu knapp! Die Zahl der Übernachtungen in Jülich hat sich binnen fünf Jahren mehr als versechsfacht: von 12.400 auf knapp 75.000 im vergangenen Jahr. Hierunter fallen natürlich Geschäftsreisende, aber eben auch „klassische“ Touristen.

Damit ist die Herzogstadt nun mit der Kreisstadt Düren auf Augenhöhe Vierter, in der 75.500 Übernachtungen in 2016 registriert wurden. An der Spitze steht die Rureifel-Kommune Heimbach (252.000) vor Nideggen (79.500). Einen Anteil an der positiven Entwicklung hat zweifelsfrei das Jülicher JUFA-Haus, das sich bei rund 20.000 Übernachtungen eingependelt zu haben scheint. Jülich als bislang einzige Residenz der österreichischen Gruppe in Nordrhein-Westfalen hat offenbar Lust auf mehr gemacht. Im August eröffnet JUFA laut Geschäftsführer Gernot Reitmaier das zweite NRW-Haus in Königswinter.

Das erklärt aber diesen Aufwärtstrend in Jülich – erneut ein Plus von 23 Prozent – nicht allein. Julia Huneke, stellvertretende Leiterin des Amtes für Stadtmarketing und Kultur, sieht zwei weitere Ursachen. Zum einen habe es Investitionen in der Jülicher Hotellerie gegeben, die zu einer Erhöhung der Bettenzahl führte. Zum anderen erhielten die Statistiker von IT NRW nicht in jedem Jahr von allen Betrieben mit mehr als zehn Betten auch Rückmeldungen. 2014 bis 2016 basierten die Daten auf Angaben von acht bis zehn Unternehmen.

Wenn das Hotelangebot in Jülich gleich bleiben sollte – das Gut Alte Burg in Altenburg hegt beispielsweise Ausbaupläne –, dürfte sich nach Inbetriebnahme das Dorint-Hotels im Dürener Bismarckquartier auch bei den Jülicher Zahlen bemerkbar machen. Sprich: Sie könnten wieder etwas sinken. Fakt ist aber, dass ein stattlicher Teil der Übernachtungen in Jülich auf die „Kappe“ der großen öffentlichen Einrichtungen mit Forschungszentrum und Fachhochschulcampus geht. Zahlen zur Verteilung Geschäftsreisen/Tourismus fehlen aber.

Darauf zielt auch Wolfgang Hommel, Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing Jülich, ab: „Man müsste die Zahlen weiter analysieren, um zu wissen, was sie für den Tourismus in der Innenstadt und die Wirkung auf die Kaufkraft bedeuten.“ Grundsätzlich sei die Entwicklung „ein positiver Indikator für die Stadtentwicklung.“ Julia Huneke schlägt in die selbe Kerbe: „Es zeigt, dass wir in der Region immer bedeutender werden.“ Den Eindruck gewinne die Stadt auch in der Tourist-Information.

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