Überflutungsproblem in Linnich scheint behoben

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Die Anwohner im Linnicher Krähwinkel und dem Bereich Mäusgasse/Bendenweg sehen dauerhaft trockenen Zeiten entgegen. Dass ihnen bei jedem stärkeren Regen die Keller voll zu laufen drohen, soll der Vergangenheit angehören.

Die Ursache dieses lange Zeit als unerklärlich geltenden Phänomens ist augenscheinlich gefunden. Während sich der Wasserverband Eifel-Rur noch nicht hundertprozentig festlegen wollte, ging Hans-Friedrich Oetjen (SPD) in der jüngsten Sitzung der Bau- und Liegenschaftsausschusses in „Vorleistung“: „Ich sage deutlich: Das Regenüberlaufbecken Welz war Ursache für den Stau in der Mäusgasse und im Krähwinkel.“

Zuvor hatte Dr. Gerd Demny, Leiter der Stabsstelle Integrale Entwässerungsplanung beim Wasserband Eifel-Rur, ausführlich und mit Zahlen unterlegt das Überflutungsphänomen in diesem Bereich der Kernstadt aufgearbeitet. In jüngerer Vergangenheit war es bei stärkeren Regenfällen immer wieder zur Überlastung der Kanäle gekommen.

Problem mit der Pumpe

Das eingestaute Wasser sprudelte nicht nur aus den Gullis und Kanaldeckeln, sondern drückte sich in die Keller der Häuser. Die Vermutung, dass das Regenklärbecken an der Brachelener Straße und das Regenüberlaufbecken in Welz, dessen Mischwasser nach Linnich geleitet wird, eine entscheidende Rolle spielte, wurde früh geäußert, wie Peter Leufen (CDU) erinnerte. Die Vermutung wurde aber vorschnell als Fantasterei abgetan.

Nicht zuletzt aufgrund der Messungen, die die Stadt 2012 und 2013 in Auftrag gegeben hatte, zeigte sich aber, dass die Abgabemenge aus dem Welzer Regenüberlaufbecken so hoch war, dass das ohnehin schon stark beanspruchte Abwassersystem in der Linnicher Senke überfordert wurde.

Hinzu kam, wie Demny erläuterte, ein Problem mit der elektronische Steuerung der Pumpe im Regenklärbecken Brachelener Straße. Sie pumpte Wasser ab, wenn der Kanal buchstäblich noch voll war, und verschärfte das Rückstauproblem.

Der Wasserverband reagierte schließlich. Am Regenüberlaufbecken Welz wurde die Drosselung so eingestellt, dass nun maximal 24 Liter pro Sekunde abgegeben werden. Frühere Messungen hatten Werte von 36 l/sec und sogar 110 l/sec ergeben. Im Überlaufbecken Brachelner Straße verlässt man sich nicht mehr auf die Elektronik. Nun wird die Pumpe per Hand bedient.

Die Wirkung ist offenkundig. 2014 musste die Feuerwehr nur ein einziges Mal ausrücken, um Keller leer zu pumpen. Und das , obwohl sich die Anzahl der Regentage mit bis zu 50 Liter und mehr pro Quadratmeter gegenüber dem „Katastrophenjahr 2012“ exakt verdoppelt hatte. Damals musste die Wehr bei fast jedem Regen zum Pumpeinsatz ausrücken.

Regressforderungen?

Wie Demny berichtete, läuft derzeit noch eine Messkampagne im Auftrag des Wasserverbands. An 14 Messpunkten werden die ankommenden Wassermengen registriert. Man erwarte im Ergebnis auch Aufschluss über Fremdwassereinleitungen, die das Kanalsystem zusätzlich belasten, so Denny. Skurrilerweise bleibt der Regen gerade jetzt aus.

So „zufriedenstellend“ das Ergebnis sei, könne es nicht vergessen machen, dass der Wasserverband die Stadt Linnich bei der Ursachensuche der Rückstauproblematik über Jahre nicht unterstützt habe, hielt Oetjen dem Repräsentanten des WVER vor. „Das hat die Stadt richtig Geld gekostet“, verwies Oetjen auf die dauernden Feuerwehreinsätzen bis hin zu den Messaufträgen an eine Fachfirma.

Zu der Frage, ob der Wasserverband dafür in Regress genommen werden könnte, wollte sich die Verwaltung zumindest während dieser Sitzung nicht äußern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert