TuS Aldenhoven warnt Gemeinde: Soll Jugend verwahrlosen?

Von: hfs.
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Sollte die Gemeinde Aldenhoven Gebühren für die Hallennutzung verlangen, sehen Karl-Heinz und Lothar Ruch sowie Ursula Jumpertz (v.l.) nicht nur den TuS Aldenhoven vor dem Aus, sondern auch den Landesstützpunkt Ringen. Foto: hfs.

Aldenhoven. Der Turn- und Sportverein (TuS) Aldenhoven warnt die Gemeinde eindringlich vor der Einführung vom Hallennutzungsgebühren. „Sollte der Rat die jetzt so angedachten Hallennutzungsgebühren beschließen, bedeutet dies das Aus aller in Hallen aktiven Fachschaften“, sagt die TuS-Vorsitzende Ursula Jumpertz.

Am Donnerstag will der Gemeinderat erneut über die Gebühren beraten. Jumpertz erinnert Bürgermeister Lothar Tertel an dessen Wahlkampfausssage: „Als Bürgermeister werde ich Aldenhoven zur kinder-und jugendfreundlichsten Gemeinde im Kreis Düren machen.“ An dieses Versprechen könne sich der Bürgermeister jetzt aber anscheinend nicht mehr erinnern, hört man in den acht Fachschaften des TuS. „Sollte die Hallennutzungsgebühr beschlossen werden, dann bedeutet dies für uns im laufenden Jahr einen Kostenpunkt von rund 4500 Euro“, hat Ursula Jumpertz aus dem Betrag von rund 25.000 Euro herausgerechnet, die die Gemeinde pro Jahr mit den Hallennutzungsgebühren erlösen will.

Die zur Beratung anstehende Entgeltordnung für die Sporthallen sieht brutto 4,60 Euro je angefangener Stunde vor. „Es kann nicht sein, dass unsere gesamte Jugendarbeit mit diesem Beschluss zunichte gemacht wird“, sagen auch die Brüder Karl-Heinz und Lothar Ruch. Denn sie sehen nicht nur das Aus für die Fachschaften Ringen, Turnen oder Tischtennis. „Nein, dieser Beschluss hätte zur Folge, dass die Sportförderprogramme des Landes nicht mehr durchgeführt werden können und unser Landesstützpunkt Ringen aufgegeben werden muss“, sagt Trainer Kalle Ruch, der jeden Tag in der Turnhalle mit Kindern und Jugendlichen trainiert. „An manchen Tagen sind hier zehn Nationen vertreten, hier wird ein funktionierendes Miteinander betrieben, wir leben sozusagen Integration vor“, unterstreicht Ruch.

Die TuS-Vorsitzende erhebt aber auch Vorwürfe gegen die Landes-und die Bezirksregierung, unter deren Aufsicht die Gemeinde zwangssaniert wird. „Die verkennen mit ihrem Spardiktat die sozialpolitische Funktion des Sports und des TuS Aldenhoven in der einst kinderreichsten Kommune der Bundesrepublik. Solch ein angedachter Eingriff rüttelt an Grundpfeilern eines bisher funktionierenden Miteinanders“, befürchten Jumpertz und die Gebrüder Ruch. Die Folgen könnten Verwahrlosung der Jugend, Neonazismus, Ausländerfeindlichkeit, Drogen-und Jugendkriminalität, Bindunsglosigkeit und Verarmung des Gemeindelebens sein.

Aus der Befürchtung heraus, die Hallennutzungsgebühren im nächsten Jahr nicht aufbringen zu können, hat die Fachschaft Tischtennis schon zum 31. Oktober alle Wettkampf-Mannschaften abgemeldet. Die Spieler wechseln bereits zu anderen Vereinen, damit sie sich nicht später wieder bei einer kompletten Auflösung in den anderen Vereinen „hochspielen“ müssen. „Somit verlieren wir jetzt schon Mitglieder“, stellt Jumpertz fest. „Wir haben nur kurzfristige Informationen bekommen, da war der Prozess schon im Gange“, kritisiert sie den Bürgermeister.

Jumpertz hat mittlerweile Landtagsabgeordnete, Bezirksregierung und Landrat Wolfgang Spelthahn über die Befürchtungen des Vereins informiert. Sie fordert nicht nur eine Verschiebung der Ratsentscheidung, sondern auch ein „angemessenes Vorgehen und einen runden Tisch, an dem alle Beteiligten sitzen“. Zudem müsse der Bürgermeister die Gründung eines Gemeindesportbundes angehen. Denn Aldenhoven sei die einzige Kommune weit und breit, die keinen Gemeindesportbund habe.

Dass die Gemeinde Aldenhoven die freiwilligen Ausgaben reduzieren müsse, dies werde nicht verkannt. „Wir sehen die Notwendigkeit, dass wir uns an den laufenden Kosten beteiligen müssen. Aber dieser angedachte Ansatz bedeutet für uns das Aus.“

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