Türkischer Pizza-Bäcker gibt mit dem Roller Gas

Von: hfs.
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Als Zuliefer-Gespann zur Zeit unschlagbar: „Estella”-Pizzabäcker Ömer Bakirtas fertigt das italienische Nationalgericht, danach liefert Schwester Emine die Speisen in altbewährter südländischer Tradition mit dem Motorroller im Spezialbehälter schnell zum Kunden.

Jülich. Italien kennt er nur vom Hörensagen, sprechen kann er die italienische Sprache auch nicht. Dennoch hat sich Ömer Bakirtas, geborener Dürener und Kind türkischer Eltern, vor vier Jahren zugetraut, einen typisch italienischen Beruf auszuüben. Er machte sich als Pizzabäcker in Jülich auf der Berliner Straße selbstständig.

„Es hat wie immer hervorragend geschmeckt. Und diese Idee finde ich einfach klasse.” Ina, Verkäuferin eines nahegelegenen Supermarktes, hat gerade ihr Mittagessen auf der Terrasse der Pizzeria beendet, als Enine, die Schwester des Pizzachefs, vorfährt. „Viermal Pizza nach Tetz”, sagt Ömer, das „subito”, das einem Italiener dann normalerweise immer über die Lippen kommt, dies verschweigt er. „Ich weiß auch so, dass meine Schwester die Lieferung schnell nach Tetz bringt”, lacht Ömer.

Dem kam vor einigen Wochen die Idee, anstelle der üblichen Pizzataxen ein Zweirad für die Lieferung nach Hause einzusetzen. „In der Türkei findest du keinen, der nicht mit dem Roller ausliefert. Und ich habe mir sagen lassen, dass dies in Italien auch der Fall ist.”

In seiner Schwester Enine fand er die geeignete Fahrerin. „Ich fahre gern, vor allen Dingen schnell”, lacht die 27-Jährige, betont, dass sie sich aber immer an die Verkehrsregeln hält. „Fast immer”, schränkt sie ein, macht das, was fast jeder Kradfahrer macht.

„An roten Ampeln fahre ich an den wartenden Autos vorbei, stelle mich in die erste Reihe. So spare ich Zeit. Und in der Stadt bin ich sowieso schneller als ein Auto.”

Der 50 Kubikzentimeter starke Motor der italienischen Maschine bringt sie schnell zum Kunden. „Die Pizza muss noch heiß sein, sonst verliert sie am Geschmack”, sagt Ömer. Der ließ sich denn auch eine Spezialkonstruktion anstelle des Soziussitzes aufbauen.

„Da bleibt jede Pizza mindestens 40 Minuten heiß. Aber so lange braucht Enine niemals zu den Kunden.” Beliefert wird der ganze ehemalige Altkreis Jülich. „Wir sind die einzigen, die per Roller ausliefern”, sagt Ömer Bakirtas.

Noch, bemerkt er, denn er kann sich vorstellen, dass die Konkurrenz bald nachziehen wird. „Aber dies ist mir egal”, sagt der Jungunternehmer.
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