TTC Indeland: Überraschungen im Übermaß mit finalem Sieg

Von: Jörg Sauer
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Hermann Mühlbach und Yoshihiro Ozawa (l.) holten die ersten Punkt für den TTC Indeland Jülich, der sich die Herbstmeisterschaft sicherte. Foto: Kròl

Jülich. Obwohl der TTC Indeland Jülich auf dem Weg zum 6:4-Heimsieg über Borussia Dortmund immer führte, erlebten die Zuschauer, bis die Herbstmeisterschaft endlich in trockenen Tüchern war, ein Wechselbad der Gefühle. Doch am Ende lagen sich die Jülicher glücklich in den Armen und feierten den glorreichen Abschluss der Hinrunde in der 2. Tischtennisbundesliga.

TTC-Cheftrainer Miroslav Broda strahlte vor Erleichterung: „Ich bin einfach nur glücklich und absolut zufrieden mit der gesamten Hinrunde. Wir sind auf Grund der mannschaftlichen Geschlossenheit verdient Herbstmeister geworden.“ Und eben dieser Teamgeist, den immer wieder die Experten im Zusammenhang mit dem TTC ansprechen, führte die Indeländer auch zum jüngsten Erfolg gegen den BVB. Jeder Spieler war mit mindestens einem Punkt am Sieg beteiligt, und Ewout Oostwouder, der in der Hinrunde die größte Talsohle durchschritt, war in den entscheidenden Momenten hellwach, auf den Punkt konzentriert und wuchs über sich hinaus.

Das 1:1 nach den Doppeln überraschte niemanden. Mühlbach/Ozawa gewannen nach vier Sätzen gegen Fadeev/Qi, und Jean/Oostwouder mussten sich in der Verlängerung des fünften Satz knapp dem Dortmunder Gespann Bottroff/Helbing geschlagen geben. Verwunderlich war lediglich, dass Mühlbach im Doppel immer wieder seine Vorhand umging und seine Rückhand vermehrt einsetzte. Der Grund dafür war, dass sich Hermann Mühlbach beim Aufwärmprogramm eine Zerrung im Oberarm zugezogen hatte, die ihm quasi nur unter großen Schmerzen Vorhandschläge ermöglichte. Noch verwunderlicher war allerdings, dass ihn Erik Bottroff immer wieder im anschließenden Einzel zu langen Rückhandduellen herausforderte.

Glückliches Ende

Es war ein Spiel mit vielen Höhen und Tiefen und einem nicht mehr für möglich gehaltenen glücklichen Ende für Mühlbach. Der Jülicher Teamchef führte mit 2:1 nach Sätzen und 8:1 nach Punkten als sein Faden riss. Er gab den Satz ab und lief auch im finalen Durchgang dem stämmigen Borussen ständig hinterher, nur auf der Zielgraden hatte Mühlbach schließlich die Nase nach drei grandiosen Bällen vorne. Mühlbachs Kommentar: „Bottroff hat anscheinend nicht mitbekommen, dass ich mir beim Aufwärmen eine Zerrung geholt habe. Ich war froh, dass er mir immer wieder in die Rückhand gespielt hat, denn auf der Vorhandseite war ich quasi tot.“

Lauric Jean gewann am Nachbartisch nach wechselndem Spielverlauf ebenso knapp und brachte den TTC mit 3:1 in Führung. Nun rechneten alle mit dem vierten Punkt durch Yoshihiro Ozawa, der mit Qi Wengcheng einem schlagbaren Gegner gegenüberstand. Ozawa aber versagte, und Oostwouder sprang mit seinem unerwarteten Sieg gegen Björn Helbing in Bresche und markierte das 4:2. Das obere Paarkreuz enttäuschte nun ein wenig. Mühlbachs Verletzung hatte die Runde bis zu Fadeev gemacht und der Russe spielte Mühlbach permanent in die „schmerzhafte“ Vorhand. Jean konnte gegen Bottroff keine Spannung aufbauen und ging mit 0:3 unter.

Jetzt, da alle maximal nur noch auf ein Remis hofften, kam die Glanzstunde des unteren Paarkreuzes. Ozawa siegte souverän und gemäß aller Erwartungen gegen Helbing.

Zum absoluten Finale der Hinrunde wuchs Oostwouder über sich hinaus, schlug als Underdog Qi in einem bravourösen Match und brachte schließlich das 6:4 als Ergebnis einer überragenden Mannschaftsleistung ins Ziel.

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