TTC Indeland bedient sich bei seiner erfolgreichen Jugendabteilung

Von: Antonius Wolters
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Einstand mit 15 Jahren: Stevan Kljajic-Peric beim Zweitliga-Spiel gegen Xanten. Foto: Günther Kròl

Jülich. Dass ein 15-Jähriger in der 2. Tischtennis-Bundesliga mitspielt, ist sicher ungewöhnlich. Der TTC Indeland Jülich wagte jedoch dieses Experiment und setzte Stevan Kljajic-Peric am 5. Februar im Heimspiel gegen „Schlusslicht“ Xanten ein.

Beim 6:2-Erfolg gab der Youngster zwar sein Einzel gegen Andreas Konzer ab, doch weit wichtiger war es den Vereinsverantwortlichen, dem eigenen „Talentschuppen“ zu zeigen, dass sich ihre Leistung auszahlt.

So spielt Kljajic-Peric nicht allein mit dem TTC-Team in der Jungen-Verbandsliga, die höchste Spielklasse für den Nachwuchs, sondern hat auch einen Stammplatz in der 3. Seniorenmannschaft, die in der Tischtennis-Landesliga aufschlägt. Fünf Mal in der Woche trainiert er mit den beiden Jungenmannschaften, die übrigens beide Verbandsliga spielen, oder gemeinsam mit den Herrenmannschaften, um für die Doppelbelastung an den Wochenenden gerüstet zu sein.

Angefangen hat der schlaksige junge Mann im Dezember 2006 mit acht Jahren, „zu spät“, wie er selbst einräumt. Der damalige Bambini-Trainer Willi Vent hat seinerzeit viel für den Aufbau der Jugendabteilung getan, die inzwischen rund 100 Kinder zählt, die in neun Mannschaften spielen. Stevan und seinem älteren Bruder Niklas hat Vent seinerzeit die Grundbegriffe des Tischtennis‘ beigebracht und auch die Freude an diesem Sport vermittelt, die offenbar bis heute anhält. „Wir wurden schon sehr gut gefördert“, dankt Stevan seinem ehemaligen Lehrmeister. Zur guten Stimmung beigetragen haben sicherlich auch die vielen Aufstiege bis in die höchste Spielklasse sowie sportlichen Erfolge, die das ehemalige Bambini-Team bis heute gefeiert hat, etwa der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Schülerklasse.

Trainer Willi Vent, der vielen Spielergenerationen bei den ersten sportlichen Gehversuchen an der Platte unter seine Fittiche genommen hat, ist zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Jülich aktiv, doch sein Wirken bleibt unvergessen.

Die Betreuung Stevans und seiner Teamkollegen hat längst Miroslav Broda übernommen, der zu Bundesligazeiten als Spieler des TTC Jülioch große Erfolge feierte, noch in Jülich wohnt und seit 1998 als Jugendtrainer seine internationale Erfahrung an den Nachwuchs des Vereins weitergibt.

„Er achtet sehr auf Technik“, berichtet Stevan von den Trainingseinheiten, bei denen Broda fast jeden Schlag der Spieler kommentiert oder korrigiert. Davon hat auch Stevan profitiert. Der Vorhand-Topspinn ist die stärkste „Waffe“ des Rechtshänders, der als Angriffsspieler einen harten Belag bevorzugt. Nicht nur Stevan wird es gerne vernommen haben, dass Miro Broda künftig auch als Cheftrainer des TTC fungieren wird und damit gleichzeitig das Zweitliga-team betreut, das ein Ziel der ambitionierten Eigengewächse darstellen dürfte.

Damit einher geht der Wunsch, dass künftig Spieler aus der eigenen Jugend auch das sportliche Aushängeschild bestücken werden. Trainer Broda könnte ein Garant für die noch engere Verzahnung werden.

Gleichwohl kam die Nominierung für die „Erste“ überraschend und Stevan war auch ziemlich nervös vor seinem Auftritt. Zudem hat er bei seinem Gegenspieler eine große mentale Stärke und Schlagsicherheit nach dem jahrslangen harten Training festgestellt. „Fast wie Maschinen“, würden die Zweitliga-Akteure ihr Schlagrepertoire anbringen, meint er anerkenned, und hat anschließend sein eigenes Trainingspensum weiter intensiviert. Ob der ehrgeizige Techniker eine Karriere als Profi anstrebt, kann er nicht sagen: Mit 15 liegt ja noch das Leben vor ihm.

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