Tetz - Trude Backes solo als gelungene Alternative

Trude Backes solo als gelungene Alternative

Von: ptj
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Als Trude Backes bereitet Kaba
Als Trude Backes bereitet Kabarettistin und Sängerin Monika Hintsches der katholischen Frauengemeinschaft Tetz viel Spaß. Foto: Jagodzinska

Tetz. Auf eine eigene Karnevalssitzung musste die katholische Frauengemeinschaft Tetz im Januar verzichten, weil die Kirche renoviert und Gottesdienste im Pfarrheim gefeiert wurden. Mehr als entschädigt wurden die 211 Mitglieder und einige Nicht-Tetzer Frauen jetzt beim Kabarett mit der Entertainerin Monika Hintsches als Trude Backes.

Erzählend erschien sie im Pepitakostüm der 50er Jahre mit Hut und Handtasche und ging gleich auf Tuchfühlung mit ihrem weiblichen Publikum - mit einer Ausnahme: Tontechniker Réné Eck, der den Frauen seine Dienste angeboten und jede Menge Spaß dabei hatte. Trude Backes verteilte Komplimente an die Frauen und schlug sogleich den Bogen zur Gesichtschirurgie: „Dat is ja sehr teuer, wenn de dir dat janze Jesicht hinter den Ohren zusammenbinden lässt” und hatte die Lacher sogleich auf ihrer Seite.

Hauptthema der Entertainerin, die unter „Östrogen-Turkey in der Meno-Pause” leidet, war ihr Göttergatte Willi. Auf ihn ließ sie nichts kommen, obwohl sie unter seinen Schnarchattacken und seinem Östrogen-Schub leidet. Eine Gelegenheit, das „starke Geschlecht”, aber auch stets sich selbst, einmal so richtig auf die Schippe zu nehmen - zum Spaß des Publikums. So mögen Männer ja keine Veränderungen und können nur einen Schritt nach dem anderen machen, ohne dabei von rechts oder links angesprochen werden zu können. Deshalb laufe es in der Politik - die sie mit der schnellen Küche verglich - so schlecht. Aber auch von „der Merkel”, die sich „immer mit de falsche Kerls einlässt”, zeigte sich Trude Backes enttäuscht.

„Heestern statt Riestern”, heißt ihr Motto zum Thema Rente, die sie bauernschlau mit kreativen Ideen wie mobilen Raucherzonen aufbessern will, anstatt als geburtenstarker Jahrgang „eingeschläfert” zu werden. Nicht nur im „Fazebuck”(Facebook)-Zeitalter mit seinen anpassbaren Androidschnittstellen fühlt sich die Mönchengladbacherin überfordert: Sie hat Schwierigkeiten mit der englischen Sprache, den modernen Medien, oder beim Arzt „Eintritt” zahlen zu müssen.

Mit ihrer schönen klaren Sopranstimme brachte sie zwischendurch selbst getextete Lieder zu bekannten Melodien zu Gehör und begleitete sich auf der Akustikgitarre. Ihre Liedtexte wie „Was sich Frauen wirklich wünschen”, nämlich einen Neandertaler, oder das eingängige Stück „Schön war die Zeit” gefielen dem Publikum, das gerne in die Refrains mit einstimmte.

Handy mit Mehlbox

Für die Pause empfahl Trude Backes „Urinetten als Pinkelhilfe für Frauen”. Den beiden jüngsten ihrer fünf Kinder, die noch mitten in der Pubertät stecken, widmete sie sich Lachmuskel strapazierend in der zweiten Programmhälfte. Dabei jonglierte sie mit Lebensweisheiten wie: „Früher hat uns der Lehrer durch die Klasse gejagt, heute ist das umgekehrt.” Besonderen Spaß bereiteten Ausdrücke auf dem Wunschzettel der Kids wie „Schmaphon” (Smart-Phone) oder „Handy mit Mehlbox” (mail-box), bei dem sie zunächst frohlockte: „Ach, dat Kind will backen lernen.” Noch verrückter wurden ihre Fantasien, als ihre ältere Tochter, die sich im Übrigen für eine Rhönradgeburt entschieden hatte, rechtsdrehende Muttermilch begehrte oder ihren Sohn „Leonardo Gesine” taufte, damit er sich „alle Optionen offen halten kann”.

Ihre emotionsgeladene One-Woman-Show mit Charme und Biss endete mit einem Loblied auf den Seniorenknast, der allemal günstiger sei als eine Pflegestelle in einer Senioreneinrichtung und der Feststellung: „Wenn de aufhörst zu träumen, dann kannste dich in die Tonne kloppen.” Diese besiegelte sie mit dem Mundartstück „Hey, wat is he loss”.

Ihr verdienter Applaus war so gewaltig, dass sich Trude Backes zu zwei Zugaben hinreißen ließ: Sie thematisierte augenzwinkernd ein Ratespiel ihres Gatten mit Begriffen wie „Eckrentner” und sang zum Abschluss ihr umgetextetes Juliane Werding-Lied: „Am Tag, als kein Zivi kam”.
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