Trotz Dynamit: Haus 19 ist nicht kleinzukriegen

Von: hfs.
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Die Befürchtungen von Sprengmeister Danny Jowenko bewahrheiteten sich: Haus 19 fiel nicht in sich zusammen, neigte sich auch nicht ganz zur Seite. So wartet noch einiges an Abbrucharbeiten auf die Spezialfirma. Foto: hfs.

Linnich. Danny Jowenko ist seit 27 Jahren Sprengmeister. Und er hatte seine Befürchtungen, wenige Minuten, bevor er die Sprengung von Haus 19 in Gang setzte. Dafür hatte ihn der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW am Freitag engagiert. Jowenko sollte Recht behalten.

„Dieses Haus ist eigentlich für eine Sprengung nicht geeignet”, sagte er. „Man hätte es besser auf herkömmliche Art abreißen sollen. Aber anscheinend spielt die Zeit eine Rolle.”

Der Holländer hatte 200 Bohrlöcher mit seinem Team in Haus 19, dem ehemaligen Wohngebäude der Polizeischule in Linnich, gebohrt. Darin waren rund zehn Kilogramm Dynamit mit Sprengschnur installiert. „Das Problem ist, dass die Treppenaufgänge und der Schacht für den Lift sowie die einzelnen Bodenplatten eine Einheit sind. So ein Haus habe ich noch nie gesprengt.”

So war Jowenko denn skeptisch. „Eine Minute nach 15 Uhr wissen wir mehr.” Viele Duzend Zuschauer verfolgten das Ereignis, das man eigentlich aus Sicherheitsgründen geheim gehalten hatte. Noch in der Vorwoche war auf Anfrage der Redaktion von einer Sprengung kein Rede.

Haus 19, das seit der Inbetriebnahme 1993 für Gesprächsstoff sorgte, bereitete den Behörden jahrelang Ärger und Verdruss. Jetzt musste es nach langem Leerstand einem gemeinsamen Trainingszentrum für fünf Polizeibehörden weichen.

Doch die Ruine, die in den letzten Wochen total entkernt worden war, fiel nicht so, wie vorausberechnet. „Eigentlich sollte es mehr zu Seite kippen”, meinte Jowenko. Als er nach dem dreimaligen Warnton auf den Zünder drückte, kippte Haus 19 ganz langsam zur Seite, fiel aber nicht in sich zusammen.

So standen denn die drei Fahnen mit dem Firmenlogo noch immer im Wind, als sich der Staub der Sprengung über Haus 19 verzogen hatte.
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