Jülich - Trommelnde Indianer und adlige Ritter

Trommelnde Indianer und adlige Ritter

Von: spl
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Trommeln wie die Prärie-India
Trommeln wie die Prärie-Indianer: Das Epochenfest lockte am Wochenende etliche tausend Besucher in den Brückenkopf-Park. Foto: Plahm

Jülich. Trommelnde Prärie-Indianer, mittelalterliche Ritter, Landsknechte aus dem 30-jährigen Krieg, deutsche Auswanderer im Amerika des 18. Jahrhunderts oder Steinzeitmenschen - sie alle sind längst Vergangenheit. Doch am Pfingstwochenende waren sie zugegen - beim Epochenfest im Brückenkopf-Park.

Und etliche tausend Besucher kamen. Erwachsene, die mit dem Fotografieren gar nicht aufhören wollten, und staunende Kinderaugen weit und breit - so faszinierend war das 8. Epochenfest. Es bot bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen Zeitsprünge von der Steinzeit bis zur Neuzeit.

Indianer aus dem 19. Jahrhundert etwa hatten mitten auf der Wiese vor dem Apfelquadrat ihr Lager aufgeschlagen. „Die Tipis sind geformt wie eine Ellipse”, erklärte Wilfried Kämper aus dem Bürener Land. „Die Ellipse symbolisiert die Erdumlaufbahn um die Sonne.” Vom Scheitel bis zur Sohle zeigte sich der Indianer traditionell - mit langem Schopf, eingeflochtenen Federn und selbst angefertigter Kleidung. Auch über die Lebensphilosophie der Stämme wusste der Indianer viel zu sagen.

„Wir Indianer leben in der Zeit, nicht mit der Zeit”, erklärte er. „Wir wollen mit der Natur in Einklang leben. Erhalten ist das neue Wort.” Ohne sich die Füße wund zu laufen, reisten die Besucher 50 Meter weiter gleich fast 2000 Jahre in der Zeit zurück. Kelten aus dem Jahr 54 vor Christus hatten sich in die Moderne getraut, es sich gemütlich gemacht und traditionelle Speisen zubereitet.

Nicht viel weiter entfernt und der Besucher begab sich in das Osmanische Reich des 16. Jahrhunderts. Ali el Sajat (Detlef Sajat) hatte den weiten Weg vom Tigris her auf sich genommen, um mit den Besuchern des Brückenkopf-Parks bei einem Gläschen Tee anzustoßen. Weniger angenehme Zeitgenossen lümmelten mit ihren erbeuteten Schätzen in der prallen Sonne herum: Piraten waren an Land gespült worden und zelteten nun an der Rur. Allerdings gab es nicht nur viel zu sehen.

Beim Bogenschießen, Kamel- und Ponyreiten oder Trommeln wurden vor allem die Kleinen aktiv. Aufgeschlossen standen die Besucher auch den vielen traditionellen Speisen und Getränken gegenüber. Flüssiges Feengold oder Samthauch gab es zu schlürfen. Auch der „Alte Fritz” gab sich die Ehre.

König Friedrich II. von Preußen stolzierte über den napoleonischen Festungsanlagen und dürfte die Gelegenheit genutzt haben, mit alten Kriegskameraden aus etlichen Jahrhunderten über Einschlägiges zu plaudern - vielleicht auch über die „Schiefe Schlachtordnung” der Antike und die Schlacht von Leuthen anno 1757.
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