Trinkwasser-Keime: Zahlen Titzer die Kosten?

Von: hfs.
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Anfang des Jahres lag der Durchschnittspreis für Trinkwasser bei 1,62 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser - und damit einen Cent niedriger als zwei Jahre zuvor. Foto: dpa

Titz. Die Gemeinde Titz bezieht für ihre Ortschaften Rödingen, Höllen, Bettenhoven sowie für zwei Gehöfte Trinkwasser von den Jülicher Stadtwerken. Mitte Oktober wurden bekanntlich coliforme Keime gefunden, die „höchstwahrscheinlich“ aus dem Stetternicher Wasserturm ins Netz gelangt sind, so das Unternehmen.

Die Chlorbeigaben und das Spülen der Leitungen sind beendet. Doch droht den Titzern durch diesen Störfall eine Wasserpreiserhöhung. Wie viel Wasser wurden für die notwendigen Spülungen gebraucht? Wer übernimmt die Kosten? Diese Fragen beschäftigten den Betriebsausschuss der Gemeinde Titz und auch die Stadtwerke Jülich (SWJ), zumal sich in Jülich die gleiche Frage stellt.

Technischer Leiter Paul Gormanns sowie Jürgen Söbbing, Leiter des Netzmanagements, stellten sich diesen Fragen im Titzer Rathaus, bleiben aber die Antworten schuldig. „Für uns galt zuerst einmal, die Ursache der Verunreinigung zu finden, über mögliche Kosten haben wir noch nicht beraten“, sagte Söbbing.

Die Vertreter des Versorgers hatten zuvor eingehend die Problematik der Verunreinigung geschildert, die sich erstmals am 4. Oktober gezeigt habe, als bei routinemäßigen Messungen – pro Woche werden an mehreren Stellen bis zu fünf Proben genommen – erste Keimbelastungen auftraten. Mitte Oktober wurde das Kreisgesundheitsamt informiert. Laut Gormanns habe sich schnell gezeigt, „dass der Trinkwasserturm in Stetternich der Verursacher ist“. Der wurde gleich vom Wassernetz getrennt.

Die Sicherheitsmaßnahmen haben Geld gekostet. Wer die Kosten trägt, ist noch unklar. „Wir haben rund 6000 Kubikmeter Wasser für die Spülungen verbraucht“, teilte Michael Dahlem als Leiter des Titzer Wasserwerks mit.

Da sich der allgemeine Wasserpreis auch über die Gesamtentnahme aus dem Netz errechnet, hatte Bürgermeister Jürgen Frantzen diese 6000 Kubikmeter in den Wasserpreis für 2014 eingerechnet. „Wir müssten dann unseren Wasserpreis um 1,5 Prozent anheben.“ Der bliebe ansonsten zum fünften Mal in Folge unverändert.

Derzeit werden dem Gemeinderat folgende Sätze empfohlen: Die Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr sollen stabil bei 4,97 Euro beziehungsweise 1,19 Euro bleiben. Für den Bezug von Frischwasser fallen 1,68 Euro pro Kubikmeter an.

Vorausgesetzt, die Stadtwerke Jülich finden eine Lösung, wie die für die Schadensbehebung verbrauchte Spülmenge verrechnet wird. „Dass diese Kosten nun unsere Bürger bezahlen sollen, ist keinem zu vermitteln“, gab Bürgermeister Frantzen den Fachleuten der Stadtwerke mit auf den Weg.

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