Trifolium aus drei Bürgermeistern steht den „Strohmännern“ zur Seite

Von: ptj
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Erheben ihr Glas auf den Täufling: (v.l.) Präsident Dirk Lausberg, Ehrenpräsident Dietmar Krauthausen, Leiter der Findungskommission Claus Hinrich Neuenhoff, Täufer Axel Fuchs und die Paten Jörn Langefeld und Jürgen Frantzen zu sehen. Foto: Jagodzinska

Selgersdorf. Drei statze Bürgermeister standen zum ersten Mal in der 50-jährigen Vereinsgeschichte der „Strohmänner“ Selgersdorf als „Tauftrifolium“, nämlich als Täufer und Paten der „Strohmanes“-Strohpuppe bereit. Als Leiter der „Findungskommission“ war Claus Hinrich Neuenhoff die Idee gekommen, den aus dem Karneval bekannten Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs zu fragen, der wiederum die Bürgermeister Jürgen Frantzen aus Titz und Jörn Langefeld aus Inden zu Paten ernannte.

Das Tauftrifolium trug weiße T-Shirts mit der Aufschrift „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht). Diese bezieht sich auf die Urin-Steuer-Münze des römischen Kaisers Vespasian. Gerne versprach Fuchs: „Eine Urinsteuer werden wir nicht einführen.“ „Strohmänner“-Präsident Dirk Lausberg präsentierte Fuchs als FC-Köln-Fan mit zwei „überschönen wohlerzogenen Kindern“, Mitglied der KG Ulk und Mitbegründer der CCKG, der zuvor als Sänger mit der Ska-Band „The Blue Beat“ Erfolge feierte. Der Täufer sprach der Strohpuppe folgenden Taufspruch zu: „Unsere Namen sollen dich und deine Freunde hier in Selgersdorf schützen vor Katern ohne Beine, vor Schatullen ohne Geld, vor Zeitgenossen ohne Hirn und Kampfhähnen aus dem Kreis. Möge dir und den lieben Freunden hier in Selgersdorf eine herrlich jecke Zeit bis zu deinem ehrenvollen und mutigen Ende beschieden sein.“ Dann taufte er ihn auf den Namen „Axelus Georgus Gregorus“.

Täufer und Paten stellten sich im Anschluss augenzwinkernd in Deutsch und „Latein“ vor. „Axelus Vulpus“ alias Axel Fuchs, ehemaliger Steuerbeamter, ist nunmehr „Steuermann von 430 Kolleginnen und Kollegen, Beschützer der Kröten im Schlamm, Freund der Bühne als Sänger und Karnevalist, glücklicher Ehemann und Familienvater im Wohnsitz in der schönsten Stadt an der Rur“, welche als locus cnollum juliacum bezeichnet wurde. „Georgus Franciscus“ oder Jürgen Frantzen, „Imperator überus Feldus Tizius“, bezeichnete sich unter anderem als „konstruktiver Partner und kritischer Freund des gewaltigen, mächtigen und gewichtigen Landrats Wolfgang Spelthahn“, als Kämpfer für das Brauchtum und den ländlichen Karneval, Hüter der Vereine und der Familie, „den schwarz-gelben Kämpfern limitierten Talents die Daumen drückend“.

In „lateinischer“ Übersetzung hieß der Verein „Alemannia Acus fussbalericas, immer pleitus“. „Jörnus Longus Campus“ alias Jörn Langefeld, präsentierte sich den Jecken als „Finder schwarzer Kassen, einsamer Rufer im Rat und Parkplatzbesetzer“, der ein „in karnevalistischen Dingen Unerfahrener gleichsam gerne Mitfeiernder“ sei. Nachdem Täufer und Paten den Strohmanus symbolisch beschenkt hatten – mit dabei war auch eine schwarze Kasse –, wurden gemeinsam die Gläser auf die Gesundheit des Täuflings erhoben. Bedauerlicherweise bekam dieser keinen Schluck von dem kostbaren Nass ab.

Insgesamt 16 befreundete Karnevalsgesellschaften und Garden präsentierten sich am Tauftag mit ihren Tollitäten und schwungvollen Tanzgruppen auf der Bühne, zuzüglich der „Strühpüppschere“ des Gastgebers.

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