Tragen Straßenbanden ihre Revierkämpfe in Jülich aus?

Von: jan
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Tragen Rocker Revierkämpfe in Jülich aus? Unser Foto zeigt Mitglieder der Chicanos zu sehen, die von der Polizei vor dem Hexenturm kontrolliert werden. Foto: Redaktion

Jülich. Im Fall des 25-jährigen Jülichers, der am Freitagabend in der Nähe des Hexenturms von bis zu 20 Personen mit Baseballschlägern krankenhausreif geprügelt wurde, macht die Polizei derzeit mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Nur so viel: Das Opfer, das direkt in eine Intensivstation eingeliefert wurde, wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Und: Der junge Mann ist der Polizei kein Unbekannter.

Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Überfall und den Geschehnissen Anfang Juni, die direkt am Hexenturm passierten, dazu macht die Polizei keine Angaben. Anfang des Monats versammelten sich zwei Mal verdächtigte Gruppen von jungen Männern.

Die Symbole von organisierten Straßenbanden waren auf der Bekleidung zu erkennen. Zum einen handelte es sich um die Chicanos, zum anderen um die Black Jackets, die sich gegenüberstanden. Beide Gruppierungen sind keine Rockerbanden im klassischen Sinn, da beide nicht auf Motorrädern unterwegs sind. Bei beiden ist der Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu anderen Rockerbanden hoch.

Damals ging die Polizei mit einem Großaufgebot dazwischen, stellte viele Personalien fest und sprach Platzverweise aus. Ob das Opfer der Baseballschläger-Attacke und die zwei bisher festgenommenen Täter aus Düren und Nörvenich jeweils zu den rivalisierenden Gruppen gehören, dazu machte die Polizei keine Angaben. „Wenn man sich das große Ganze anschaut – also die Tatsache, dass es im limburgischen Raum in den Niederlanden, in Aachen und in Köln Aktivitäten solcher Banden gibt – dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Gruppen auch im Kreis Düren ihre Spuren hinterlassen“, sagte Sprecher Willi Jörres.

Verstärkte Aktivitäten in Jülich bestätigte Jörres nicht. Einiges deutet aber darauf hin, dass organisierte Banden gerade Revierkämpfe in Jülich austragen. Jülich gilt als noch nicht aufgeteiltes Revier.

Niedrige Einschreitschwelle

Die Baseballschläger-Attacke, die systematisch und gezielt erscheint, passt zu solchen Revierkämpfen. Genau wie das Verhalten der Polizei Anfang des Monats. Sie griff ungewöhnlich früh und bestimmt ein. Schließlich ist es nicht verboten, sich auf einem öffentlichen Platz zu treffen. Trotzdem versucht die Polizei, das zu unterbinden, wenn die Personen dem Banden-Milieu zuzuordnen sind. Jörres sprach von einer Strategie der „niedrigen Einschreitschwelle“. Immer, wenn Bandenangehörige in der Öffentlichkeit auftreten, versucht die Polizei, ihnen auf den Füßen zu stehen.

So soll verhindert werden, dass die Gruppierungen öffentlich Flagge und Stärke zeigen können – eine Art Reviermarkierungsverhalten. Genau als solches könnte auch die Baseballschläger-Attacke auf den 25-Jährigen zu werten sein: als Warnung der einen Gruppierung an die andere.

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