Tour de France spaltet Jülicher Land für fünf Stunden

Von: Guido Jansen
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Nicht „to go“, sondern „to ride“: Im Vorbeifahren nehmen die Wasserträger die Verpflegungsbeutel für sich und ihre Teamkollegen auf. Zwischen Titz und Mersch ist eine solche Station geplant. Foto: imago/gepa pictures
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Französisches Flair im Schaufenster und viel Vorfreude bei Ingrid Esser von Kosmetik Doblys. Foto: Jansen

Titz/Jülich/Aldenhoven. Die Tankstelle auf der zweiten Etappe der Tour de France ist in Titz. Auf der langen Geraden der Landstraße 241 zwischen dem Titzer Hauptort und Mersch können die besten Radfahrer der Welt am 2. Juli im Vorbeifahren Verpflegung aufnehmen, um sich und ihre Teamkollegen zu versorgen.

Das geschieht traditionell in Beuteln, die sich ein bestimmter Typ Fahrer für ein paar Meter umhängt und herauspickt, was benötigt wird. Wasserträger werden die Fahrer genannt, die ihre Kapitäne und andere Leistungsträger versorgen sollen. „Das ist besonders interessant für Fans, die sich ein Andenken mitnehmen wollen“, sagt der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen. Denn das, was die Wasserträger aussortieren, wird unmittelbar danach in den Beuteln einfach weggeworfen. Umweltverschmutzung ist das nicht, denn die Fans sammeln die Wegwerfware gerne auf.

Das Jülicher Land ist an diesem Sonntag, 2. Juli, dem Tag, an dem das größte Radrennen der Welt auf Durchfahrt ist, zweigeteilt, nämlich vom Streckenverlauf. Wer im Norden ist, kommt nur über umständliche Umwege in den Bereich südlich der Strecke – und umgekehrt. Faustformel: Zwischen 12 und 17 Uhr heißt es „rien ne va plus“, nichts geht mehr. Nur Fußgänger kommen auf eigene Verantwortung noch über die Straße. Ansonsten darf die Strecke nicht mehr überquert werden und ist voll gesperrt.

Das Feld rollt gegen 14.58 Uhr – das ist der Mittelwert in den drei Zeitvarianten schnell, mittel und langsam – über die Landstraße 277 nach Jackerath. Weiter geht es für die Fahrer über die L 241 durch Titz zur Verpflegung (15.09 Uhr) und dann durch Mersch nach Jülich (15.17 Uhr), schließlich stadtauswärts über die L 136 an Aldenhoven vorbei (15.26 Uhr) in Richtung Alsdorf. Eine knappe halbe Stunde also, für die in Titz, Jülich und Aldenhoven viele Vorbereitungen getroffen werden müssen.

So halten die Kommunen an beiden Seiten der Strecke Feuerwehreinheiten bereit. „Wenn ein Einsatz kommt, dann muss die Feuerwehr nicht über die gesperrte Strecke fahren“, sagt Frantzen. Wenn es sich vermeiden lässt. Denn wenn es nicht anders geht, dann hat ein Notfall Vorfahrt vor der Tour.

52 Straßensperren

Jede Kommune ist für die Straßensperrungen selbst verantwortlich. Auch dafür, dass die Strecke so gut wie möglich befahrbar ist. Fahrbahnverengungen, die abgebaut werden können, müssen weg, Verkehrsinseln müssen von einem Streckenposten gesichert werden, der eine Fahne schwenkt. „Wir müssen insgesamt 52 Sperren einrichten“, sagt Hans Pinell vom Jülicher Ordnungsamt. Deswegen hat die Stadt öffentlich nach Freiwilligen gesucht, die als Streckenposten aushelfen. „Die Resonanz war sehr groß“, wie Pinell berichtet. Die Feiermeile in Jülich ist dann entlang der Strecke an der Großen Rurstraße zwischen Wilhelmstraße und Poststraße. Die Strecke ist da von beiden Seiten mit sogenannten Drängelgittern abgesperrt.

Auch Aldenhoven hat seine Besonderheit an diesem Tag. Aus Sicht des Kernortes jenseits der gesperrten L 136 in der Nähe der Kieswerke richten die Tour-Veranstalter einen Hubschrauberlandeplatz ein. Prominente Gäste der Tour werden während jeder Etappe zu ausgewählten Punkten geflogen, um sich das Rennen anschauen zu können. Der Landepunkt für unsere Region ist Aldenhoven. „Wir sind sehr gespannt, wie viele Fans an diesem Tag an der Strecke sind“, sagt Wilfried Thelen vom Aldenhovener Ordnungsamt. „Erfahrungswerte haben wir schließlich keine.“ Die Tour ist zum ersten Mal überhaupt im Jülicher Land.

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