Toter Bussard: Jagdpächter sieht sich diffamiert

Von: ojo
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Körrenzig. Irritiert reagierte Hans Willms, Jagdausübungsberechtigter in Linnich, auf die Pressemitteilung des Komitees gegen Vogelmord. Das Komitee schilderte darin, dass in der nähe des Linnicher Wasserwerks „mehrere frisch ausgelegte Köder und daneben ein toter Mäusebussard gefunden worden” sei.

Ein in der „Nähe eines Köders” sitzender noch lebender Mäusebussard, so das Komitee, werde nun von einem Tierarzt behandelt. Dass Kadaver und Köder der Polizei übergeben worden sein sollen, verwundert den Revierpächter. „Auf meine Anfrage hin hat die zuständige Polizei die Angaben über den Fundort dementiert.”

Tatsächlich war die Kreispolizei Düren lediglich über den Fund toter Greifvögel im Bereich Fahlenberg in Welz informiert worden, Kilometer von der Feldflur hinter der Linnicher Wasserwerk entfernt. Das bestätigte der Dürener Kreispolizeisprecher Willi Jörres.

Willms: „Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass das Schreiben pünktlich zur Dortmunder Messe Jagd und Hund veröffentlicht wurde, um die die Leser über Greueltaten der Jäger zu informieren. Letztlich Genannter wird dann mit unsachlichen Äußerungen wie: Seid Ihr wieder unterwegs und legt wieder Giftköder aus. Jetzt weiß ich ja, woran mein Hund gestorben ist, in der Natur konfrontiert.”

„Tatsache ist jedoch, dass sich die meisten Jagdausübungsberechtigten in ihren Revieren durch aktiven Natur- und Umweltschutz mit ihren Helfern bemühen, einen artenreichen Wildbestand zu sichern und zu erhalten. Dazu gehört neben dem Anlegen von Wildäckern (auf eigene Kosten), Ruhe- und Rückzugsgebiete im Besonderen auch die Fütterung aller Tierarten in Notzeiten.” Der Revierpächter betont, „dass der Jagdschutz in meinem Revier in enger Zusammenarbeit mit der hiesigen Polizeibehörde erfolgt”.

Er kündigte weiterhin an, juristische Schritte gegen das Komitee gegen Vogelmord wegen der in dem Artikel „dargestellten nicht wahrheitsgemäßen, unbelegten Behauptungen” einzuleiten.

Eine Nachfrage unserer Zeitung ergab, dass das Komitee gegen Vogelmord den in der Nähe des Linnicher Wasserwerks gefundenen Greifvogelkadaver nicht der Dürener, sondern der Kreispolizei Heinsberg gemeldet und übergeben hat. Wie der Heinsberger Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken erklärte, geht der Kadaver - wie in solchen Fällen üblich - zur Untersuchung nach Krefeld in das dortige Staatliche Veterinäramt.
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