Jülich - Tod und Trauer gehören auch zum Leben

Tod und Trauer gehören auch zum Leben

Von: Kr.
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Sie standen Rede und Antwort zu Fragen der Hospizbewegung von links: Anette Fischer, Angela Kersten-Stroh, Veronika Schmitz, Karin Latour, Dr. Martin Franke, Birgit Hörstrup und Bettina Hagedorn. Foto: Krl

Jülich. Es ist nicht das böse Wort mit H, das man nach Möglichkeit nicht ausspricht. Hospiz ist ein wunderbares Wort, denn dahinter stehen Menschen, die Sterbende und ihre Angehörigen kompetent und liebevoll auf diesem letzten Stück Weg begleiten.

Darin sind sich die Mitarbeiter der Hospizbewegung Düren-Jülich alle einig und dies möchten sie auch den Menschen mitteilen, die einmal ihre Unterstützung benötigen.

Krankheit, Sterben, Tod und Trauer gehören ebenso zum Leben wie Geburt und Freude. Deshalb ist der Hospizbewegung daran gelegen, diese Themen aus der Tabuzone zu holen und deshalb hat sie in dem vergangenen Jahr ihre Öffentlichkeitsarbeit deutlich verstärkt.

Neben dem Projekt „Hospiz macht Schule”, in dessen Rahmen speziell geschulte Mitglieder Grundschulen besuchen und mit den Kindern Leben, Tod und Sterben aufarbeiten, gibt es ein ähnliches Projekt auch für Senioreneinrichtungen.

Zur gezielten Öffentlichkeitsarbeit zählte auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Hospiz bewegt den Kreis Düren” die in der Kreisstadt mit großem Erfolg gehalten und nun im Jülicher Kulturbahnhof wiederholt wurde.

Als kompetente Gesprächspartner stellten sich Dr. Martin Franke, Palliativarzt und Vorsitzender der Hospizbewegung Düren-Jülich, Anette Fischet, Krankenschwester und Koordinatorin für Jülich, ihre Kollegin Angela Kersten-Stroh, Birgit Hörstrup, ehrenamtliche Mitarbeiterin, Karin Latour, evangelische Pfarrerin in Jülich, Veronika Schmitz, die als Angehörige beim Hospizdienst Hilfe fand, und Bettina Hagedorn, Koordinatorin für Düren, den Fragen der Gäste.

Ihnen, so betonten sie alle, ist es wichtig, schwerkranke Menschen, die den Wunsch haben, zu Hause zu sterben, zu unterstützen, das Gespräch mit ihnen zu suchen und vor allem auch den Angehörigen eine Stütze in dieser schweren Zeit zu sein.

Zu diesem Zweck haben die 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter eine besondere Ausbildung absolviert. Koordiniert wird der Hospizdienst in Jülich von Anette Fischer. Die ausgebildete Krankenschwester besucht auf Anfrage die Patienten zu Hause und überlegt mit ihnen gemeinsam, wo Hilfe notwendig ist.

Dann sucht sie für ihn den entsprechenden Mitarbeiter aus. „Je eher die Menschen in ihrer Notlage zu uns kommen, desto besser finden wir einen Zugang zu ihnen und können eine Vertrauensbasis aufbauen”, betont sie.

Veronika Schmitz, die sich an den Hospizdienst um Hilfe wandte, betonte, dass es für sie eine ungeheure Erleichterung war, und konnte es nur jedem empfehlen. Auch Pfarrerin Karin Latour erlebt bei ihrer seelsorgerischen Arbeit immer wieder, wie befreiend es für die Sterbenden ist, nicht alleine zu sein.

„Früher”, so erklärte sie, wurde Hospiz von der Großfamilie von Nachbarn und Freunden geleistet.” Allerdings, so betonen die Hospizmitarbeiter, werde keine pflegerische Arbeit geleistet. Eng arbeite man aber mit Pflegediensten und vor allem Palliativmedizinern zusammen.

Aufgefangen und getragen werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter bei ihrer schwierigen, belastenden Arbeit darüber hinaus in ihrer Gruppe. Bei monatlichen Treffen werden Erfahrungen und Probleme aufgearbeitet. Und so stellte Angela Kersten-Stroh dann auch fest: „Uns wird auch viel von den Menschen zurück gegeben, und eigentlich sind wir sogar ein fröhlicher Verein, in dem viel gelacht wird.”

Aus der Hospizbewegung heraus, wurde jetzt auch in Jülich der Spaziergang für Trauernde geboren, der von Angela Kersten-Stroh betreut wird, und daraus wiederum entstand schon eine Selbsthilfegruppe für Trauernde.

Weitere Information zur Hospizbewegung in Jülich sind erhältlich unter 02461-9860073 und Düren 02421-393220.
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