Tobias Menke legt erstes Ordensgelübde ab

Von: ptj
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Feierliche Profess im Kloster Overbach: Novize Tobias Sebastian Menke wirft sich vor dem Altar nieder, während Patres und Brüder niederknien. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Alles hat seine Stunde” heißt es im Buch Kohelet. Diese Bibelstelle hatte Tobias Sebastian Menke, vor einem Jahr im Salesianum Rosental in Eichstätt ins Noviziat aufgenommen, als Lesung für seine erste Profess in der Klosterkirche von Haus Overbach ausgewählt.

Nach einjähriger Prüfungszeit hielt der 1977 in Bonn geborene Kandidat der Oblaten des Heiligen Franz von Sales (OSFS) die Stunde für gekommen, „Gott freudig das Ganzopfer seines Lebens zu bringen”, wie Pater Provinzial Thomas Vanek es in seiner Predigt ausdrückte.

Er verdeutlichte die „Spannung des Lebens zwischen Plus- und Minuspol, zwischen Ergreifen und Loslassen, dem Erfülltsein von Gott und empfundener Leere”, damit hatte sich Menke in seiner Vorbereitungszeit intensiv auseinandergesetzt.

„Die Ordensprofess ist die Zeit des Einatmens - wie lange? Gott hat die Ewigkeit in alles hineingelegt, ist die Antwort auf dieses Spiel”, so der Provinzial. Er wünschte dem neuen Ordensmann das Lebendigwerden des von Dietrich Bonhoeffer beschriebenen „cantus firmus”. Hierbei handelt es sich um eine festgelegte Melodie, die im Rahmen eines musikalischen Werkes von anderen Stimmen umspielt wird, ohne selbst weitgehend verändert zu werden.

„Zweifel und Gelübde haben immer was gemeinsam, sie halten dich wach”, wollte er nicht unerwähnt lassen. Sehr schöne, aus allen Kehlen erklingende Lieder umrahmten die fast zweistündige Eucharistiefeier um die feierliche Ordensprofess, wie das „Kyrie” aus Taiz von Jacques Berthier oder das von Geigen begleitete „Halleluja” nach der Melodie von „Sailing” von Gavin Sutherland.

Nach dem Pfingsthymnus richtete der Provinzial in Erinnerung an die Taufe zunächst die Frage an den neuen Mitbruder: „Was erbittest du von Gott und seiner Kirche?” Bruder Tobias antwortete: „Gottes Barmherzigkeit und die Gnade, Christus in der Gemeinschaft der Oblaten des Heiligen Franz von Sales nachfolgen zu dürfen”.

Alle mitfeiernden Patres und Brüder knieten nieder, Bruder Tobias warf sich auf den Boden, während Psalm 51 erklang: „Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung”. Mit brennender Kerze in der Hand, die Rechte in der Hand des Paters Provinzial, sprach der neue Bruder der Kongregation kniend die Gelübde.

Zunächst für ein Jahr versprach er Keuschheit, Armut und Gehorsam, sich „mit ganzem Herzen dieser Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen, um durch die Gnade des Heiligen Geistes und mit der Hilfe der seligen Jungfrau Maria im Dienst Gottes und der Kirche nach der vollkommenen Liebe zu streben”.

Bruder Tobias leistete seine Unterschrift im Professbuch, bevor er kniend das gesegnete Professkreuz entsprechend einem Entwurf des Heiligen Franz von Sales empfing. Der Friedensgruß der Mitbrüder in brüderlicher Umarmung bildete den Abschluss der Professliturgie, bevor die Heilige Messe gefeiert wurde.

Das erste zeitliche Gelübde wird im Salesianerorden zunächst jedes Jahr wiederholt, bevor es in drei bis sechs Jahren in die „Ewige Profess” mündet.
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