Tobias Kammerer hat die Glaskunst revolutioniert

Von: Kr.
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Gemeinsam mit Wolfgang Urban (l.) stellte Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschwoski den Künstler Tobias Kammerer (r.) und seine Ausstellung im Linnicher Glasmalereimuseum vor. Foto: Kròl

Linnich. „Diese Ausstellung ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Glasmalerei nicht tot ist, sondern ihren Platz auch noch in der modernen Architektur findet“, hatte Dr. Myriam Wierschowski, Direktorin des deutschen Glasmalerei Museums in Linnich im Vorfeld der Ausstellungseröffnung „Tobias Kammerer – Raumkunst der Gegenwart Skulpturen, Glas- und Wandmalerei“, erklärt.

Es ist neben Bamberg die erste größere Ausstellung, mit der der Künstler nach einem schweren Unfall wieder an die Öffentlichkeit tritt. Mit seinen 45 Jahren zählt er zur neuen Generation der Glaskünstler, die gerade dabei sind, dieses Genre zu revolutionieren. So arbeitet Kammerer überwiegend mit Float- oder Sicherheitsglas, setzt keine Bleiruten und malt stattdessen mit Schmelzfarben direkt auf die Fläche. Gestisch ist sein Stil, ohne Skizzen trägt er die schwungvoll Farbe auf, was wiederum bedeutet, dass er sie nicht mehr verändern kann. Dazu kommen Akzente, die er mit farbigem Antikglas setzt und mit seiner Leuchtkraft spielt.

Auch monumentale Arbeiten

Es sind zum Teil monumentale Arbeiten, die Tobias Kammerer kennzeichnen und schon während seines Studiums war er von der Gestaltung des Raumes als Ganzes fasziniert. So ist er ein sehr gefragter Künstler, wenn es darum geht, Kirchenräume neu zu gestalten. Eines seiner bemerkenswertesten Objekte ist da auch die Christophorus-Wallfahrtskapelle in Dunningen, in der Nähe seines Heimatortes Rottweil. Hier entwarf er sogar das ganze Gebäude und integrierte eine historische Kreuzigungsgruppe.

„Leider kann man solche Objekte ja nicht in einer Ausstellung zeigen“, erklärte die Museumsleiterin und verwies stattdessen auf den umfangreichen Katalog, der zur Ausstellung erschienen ist und auch die architektonischen Arbeiten berücksichtigt. Er ist im Glasmalerei Museum während der Ausstellung für 39 Euro erhältlich, im Buchhandel 49. Euro. Außerdem weisen zahlreiche Fotografien und Tafeln auf diese Arbeiten hin.

Die Ausstellung wird neben autonomen Scheiben komplettiert durch Ölbilder des Künstlers, Skulpturen und sogar Stoffarbeiten für Altardecken. Regelrecht ins Schwärmen geriet Wolfgang Urban, Kustos des Diözesanmuseums Rottenburg i.R., der die Aufgabe übernommen hatte, den Künstler und seine Arbeit bei der Vernissage vorzustellen. Er wurde nicht müde, die kraftvollen Farben und den schwungvollen Pinselstrich des Künstlers zu loben. Er hob den Mut hervor, mit dem Kammerer daran ging, die Glaskunst zu revolutionieren und auch keine Angst vor großen Flächen zeigte. „Er ist in der Glaskunst angekommen. Seine Werke behaupten sich“, erklärte er und riet den Zuhörern weiter:

Farbe und Licht

„Vertiefen Sie sich in die Poesie der Malerei. Es geht um Farbe. Was Sie bei Kammerer erleben, ist das Drama der Farbe, das Drama des Lichts. Licht ist die Sprache Gottes, Farbe ihr Vokabular und der Künstler ersinnt die Grammatik dazu.“

Zuvor hatte die Museumsleiterin ihre Gäste, den Künstler und dessen Familie begrüßt sowie das Konzept der Ausstellung vorgestellt. Umrahmt wurde die Eröffnung vom Mandolinen- und Gitarrenensemble „Auftakt“ Düren. Die Ausstellung ist bis zum 9. Februar in Linnich zu sehen.

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