Titzer Wahrzeichen kann nach der Rekonstruktion sogar wieder mahlen

Von: ptj
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Vereinte Kräfte: Das Bild zeigt Guido Pungg (v.l.), Thorsten Schrolle, Jürgen Frantzen, Thomas Rachel und Peter Wirtz. Foto: Jagodzinska

Titz. „Die Düppelsmühle ist ein Juwel für den Kreis Düren“. Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel (CDU), der den Löwenanteil für den Wiederaufbau der Düppelsmühle über den Denkmalfonds der Bundesregierung beschafft hat, nämlich stolze 140.000 Euro.

„Wenn sich Thomas Rachel nicht so intensiv und persönlich eingesetzt hätte, würden wir hier heute den Termin nicht haben“, brachte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen dessen Verdienste auf den Punkt. Frantzen hatte kurz im Dezember 2015 die „schöne Bescherung an der Düppelsmühle“ verkündet, nämlich die gesicherte Finanzierung ihrer Wiederherstellung nach der schweren Beschädigung beim Pfingstunwetter 2014. Damals wurde die Bockwindmühle mit technikgeschichtlicher und landschaftsprägender Bedeutung „buchstäblich aus den Angeln gehoben“.

Fast auf den Tag genau ein Jahr später steht das Titzer Wahrzeichen, jetzt mit funktionsfähigem Mahlwerk und neuem Dach „in allerbestem Zustand“ wieder an Ort und Stelle. Es fehlen nur noch die Flügel, die in restaurierter Form im Frühjahr angebracht werden sollen. „Es ist die letzte Bockwindmühle in freier Wildbahn im Kreis Düren“, sagte Diplom-Ingenieur Thorsten Schrolle, wissenschaftlicher Referent beim Landschaftsverband Rheinland, der über eine weitere „lokale Sonderkonstruktion“ aufklärte: Der alte Wellkopf mit achteckigem Profil der Mühle wurde 2014 zerstört.

Beim Wiederaufbau mit Originalbestandteilen und hochwertigen Ersatzteilen wurde das sehr seltene, baugleiche Modell aus der Bockwindmühle in Grottenherten, das dort nicht mehr gebraucht wurde, ins Holz der Düppelsmühle eingepasst. „Besonders stolz bin ich, dass es uns gelungen ist, die Wiederherstellung mit vereinten Kräften nahezu komplett über Fördermittel zu refinanzieren. Unser beharrlicher Einsatz für die Düppelsmühle hat sich also gelohnt“, freute sich Frantzen.

52.000 Euro sind Fördermittel der Landesregierung. Stolze 80.000 Euro steuerte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie Glücksspirale bei, deren „Destinär“ (Begünstigter im Stiftungsrecht) sie seit 1991 ist. Mühlenbesitzer Peter Wirtz beteiligte sich mit 5000 Euro und senkte zusätzlich die Wiederherstellungskosten durch tatkräftiges Handanlegen. Ebenso viel steuerte der (klamme) Titzer Gemeindehaushalt bei.

Als Koordinator „herauszuheben“ sei zudem die Leistung von Guido Pungg vom Ordnungsamt. Mit der Wiederherstellung der Düppelsmühle durch die „profunde und kompetente“ niederländische Firma „Vaags molenwerk“ aus Aalten hat die Titzer Landbevölkerung nicht nur ein Stück Heimat zurückerhalten. „Wir haben jetzt hier wirklich eine (mahlfähige) Mühle“, freut sich Frantzen. Er hoffe, „zu bestimmten Anlässen, wie dem Tag des Offenen Denkmals, die Mühle der Öffentlichkeit zu demonstrieren“.

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