Titzer Primusschule zieht erste Bilanz

Von: jago
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Vier Wochen Primusschule Titz: Neben Antworten auf viele Fragen erhielten die Besucher des Informationsabends den Eindruck eines ambitionierten Teams aus Lehrerkollegiums und Elternpflegschaft. Foto: Jagodzinska

Titz. Nach vier Wochen Unterrichtspraxis mit zwei ersten Klassen haben Lehrerkollegium und Elternpflegschaft der als Modellversuch gestarteten Primusschule Titz zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Unter den 45 interessierten Besuchern fanden sich neben den besonders angesprochenen Eltern des Einschulungsjahrgangs 2014/15 auch einige Eltern jüngerer Kinder. Bei der Komplexität des Themas könne man gerne stundenlang reden, begrüßte Schulleiterin Stefanie Törkel-Howlett die Gäste, man wolle sich aber auf die wichtigsten Aspekte beschränken. Zum Unterrichtsbeginn orientieren die Kinder sich an einem bildlich dargestellten Tagesplan, der die Betätigungsfelder und Unterrichtsinhalte darstellt. Großen Wert legt das Lehrpersonal auf die tägliche Tischrunde als Reflektionsphase zum Unterrichtsende.

Auch wenn kein Stundenplan vorgegeben wird, werden alle lehrplanmäßig definierten Fächer unterrichtet und dokumentiert. „Die Primusschule ist keine Schule ohne Hausaufgaben, ohne Lehrinhaltskontrolle, ohne Pflichten, wie es fälschlicherweise medial verbreitet worden ist“, betonte das Kollegium. Die Beurteilung der Lernerfolge an Hand von Kriterienzeugnissen anstatt der übliche Ziffernzeugnisse beurteilte eine Mutter sehr positiv: „Ich bin beeindruckt, wie klar mein Kind da gezeichnet wird.“ „Wertvolle Erfahrungen“ habe man in den ersten vier Wochen gemacht, berichtete die Schulleiterin, so sei beispielsweise der Sportunterricht mit Englisch als Sprache gut bei den Kindern angekommen. Anstatt Klassenarbeiten gibt es individuelle Kompetenztests, auf das Thema Inklusion sei man bestens vorbereitet, charakterliche Unterschiede der Kinder kämen in Folge der Lehrmethodik nicht negativ zum Tragen, auf Leistungsverweigerungskinder würde man motivierend einwirken.

Neben dem Sportunterricht wird großer Wert darauf gelegt, dass alle Kinder möglichst schnell das Schwimmen erlernen. Ein konfessioneller Religionsunterricht steht nicht explizit auf dem Lehrplan, jedoch sollen daran angelehnte Inhalte in andere Fächern integriert werden. Angestrebt ist die Kombination individuell abgestimmter Führung der Schüler mit gleichzeitiger Stärkung sozialer Kompetenz und Gemeinschaft. „Es kann keiner durchs Raster fallen“, versicherte Stefanie Törkel-Howlett den Eltern und fügte hinzu: „Wir haben genug Futter für die Starken und genügend Fördermaterial für die Schwachen.“

Weitere wichtige Hinweise waren, dass ein späterer Quereinstieg in die Primusschule möglich sei, bei einem Wechsel eines Kindes in eine andere Schulform bei Bedarf das Kriterienzeugnis in ein Ziffernzeugnis umgerechnet würde oder dass das Angebot der Offenen Ganztagsschule nicht als abgetrenntes Element zu betrachten sei. Vier Wochen Schulbetrieb erlauben naturgemäß noch keine belastbare Evaluation. Der beim Informationsabend offen gezeigte Enthusiasmus des Titzer Kollegiums hinterließ bei den Eltern jedoch einen positiven Eindruck.

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