Titz/Jülich - Titzer Kinder sorgen für fünf Klassen in Jülich

Titzer Kinder sorgen für fünf Klassen in Jülich

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
Die Tage der Hauptschule Titz
Die Tage der Hauptschule Titz sind gezählt, was allerdings nicht das Ende des Schulstandortes bedeuten muss. Vielleicht ist hier bald der Eingang einer zweigeteilten Sekundarschule Jülich/Titz. Foto: Uerlings

Titz/Jülich. In einer konzertierten Aktion haben die Gemeinde Titz, die Stadt Jülich und die Eltern von sieben Kindern der Landkommune Bemerkenswertes auf den Weg gebracht. Das Ergebnis: Die Gemeinschaftshauptschule Titz bildet keine fünfte Klasse mehr und wird somit als Schulform auslaufen.

Sieben von neun Mädchen und Jungen haben sich kurzfristig an der Sekundarschule Jülich angemeldet, die dadurch in der Lage ist, nicht nur wie geplant mit vier, sondern mit fünf Klassen im Sommer zu starten. Dafür hat die Bezirksregierung eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt, wie die Jülicher Dezernentin Katarina Esser auf Anfrage bestätigte.

Weder Esser noch der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen wollten dazu Stellung beziehen, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die beiden Nachbarn über eine Schulkooperation miteinander sprechen. Insofern bedeutet das Ende der Hauptschule Titz nicht zwingend auch das Ende des Schulstandortes. Wenn die Gespräche erfolgreich verlaufen, könnte ab dem Schuljahr 2013/14 eine gemeinsame Sekundarschule Jülich/Titz gebildet werden.

„Wir sehen uns nicht als Verlierer”, sagte der Titzer Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung. Als „abgebender Schulträger” habe man vielmehr zufriedene Eltern erreicht, die das gegenüber der Verwaltung auch zum Ausdruck gebracht hätten. Ihre Kinder könnten nun eine zukunftsfähige und gute Schule in der Stadt Jülich besuchen, die dadurch auch gewonnen habe.

Die Bildung eines fünftes Zuges erlaubt nämlich die Einrichtung kleinerer Klassen. Bei vier Zügen und 119 Anmeldungen hätte die Sekundarschule Jülich Eingangsklassen mit fast 30 Kindern gehabt. Jetzt sind es durch den Titzer Zuwachs 126 in fünf Klassen, also im Schnitt 25.

Räumlich sei das kein Problem, sagte Katarina Esser auf Anfrage, „den fünften Zug kriegen wir auch noch unter”. Die Sekundarschule startet ja zunächst parallel mit der Realschule Jülich in deren Gebäuden. Die Dezernentin lobte die „hervorragende Zusammenarbeit” mit der Gemeinde Titz.

„Bei 8500 Einwohnern geht es irgendwann nicht mehr allein”, verdeutlicht Jürgen Frantzen, dass die Landgemeinde schon früh das Kirchturmdenken aufgegeben habe. So sei auch der Ratsauftrag zu verstehen, dass der Bürgermeister nach einem Partner suchen möge, um in Titz ein Sekundarschulangebot ortsnah anbieten zu können. „Dazu führe ich Gespräche mit einer Nachbarkommune.”

Die gemeinsamen Bemühungen, mit der Stadt Linnich eine Sekundarschule aufzubauen, sind bekanntlich gescheitert. Nun haben sich zwei von neun Titzer Hauptschulkandidaten für die Realschule Linnich entschieden. Als die übrigen Titzer Eltern zu einem Informationsabend erschienen, war ihnen vor der Tür ein Werbeflugblatt der Realschule Linnich in die Hand gedrückt worden.

Das hat in Titz den Zorn geweckt. „Das ist wirklich unschön, wenn der Versuch eines Schulträgers, die Lage zu sondieren, von einem Nachbarn genutzt wird, um gewissermaßen Leichenfledderei zu betreiben. Das ist nicht in Ordnung und eine Form von Schulkannibalismus!”, macht Jürgen Frantzen aus seiner Sicht keinen Hehl.
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