Rödingen - Titz: Schrecken Windräder potenzielle Neubürger ab?

Titz: Schrecken Windräder potenzielle Neubürger ab?

Von: ptj
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Gaby Dören empört sich: Dem Gesetz sei mit den bereits errichteten Windkraftanlagen (hier bei Bettenhoven) bereits Genüge getan. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Sind regenerative Energien in der durch Landwirtschaft geprägten Flächengemeinde Titz nun erwünscht oder nicht? Zurzeit regt sich immenser Widerspruch gegen die 12. Änderung des Flächennutzungsplans mit Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen in Rödingen-Höllen und auf anderen Flächen der Gemeinde.

Dr. Horst Dören und seine Frau Gaby aus Rödingen haben bereits in einem persönlichen Schreiben an Bürgermeister Jürgen Frantzen Widerspruch eingelegt. Nach Bekunden von Gaby Dören stehen auch die W.I.R.-Partei, die FDP und viele Bürger diesen Konzentrationszonen ablehnend gegenüber.

Dören begründet ihren Protest: Der Braunkohleabbau bringe bereits erhebliche Beeinträchtigungen durch Lärm, Staub und landschaftliche Ausbeutung mit sich. Mit weiteren Umwelteinwirkungen durch die gigantischen Windräder in nur 650 Metern Entfernung zu Rödingen sei zu rechnen, zumal neutrale Fachleute einen Mindestabstand von 1500 Metern zur nächsten Bebauung empfählen. Dem Gesetz sei mit den bereits errichteten Anlagen Genüge getan, kein einziges Kraftwerk der nächsten Umgebung werde durch die geplanten Windräder ersetzt.

Durch Verspargelung und von Rotoren verursachten Schattenwurf werde die Landschaft schlimm verunstaltet, Grundstücke und Häuser „diktatorisch entwertet”. Der gewünschte Zuzug junger Familien werde mangels geeigneten Baulandes ausbleiben, prognostizieren die Dörens.

Die Beschwerdeführer beantworten die Frage nach dem Verzicht auf „attraktive Pachteinnahmen in Millionenhöhe” so: „Geld ist nicht alles, ersetzt keine Heimat und keine Lebensqualität, die uns als Bürgern verloren geht”, und fordern „kommunalpolitische Klugheit”. Sie schlagen eine Bürgerversammlung mit Ratsvertretern und betroffenen Bürgern vor.

Bürgermeister Jürgen Frantzen findet es konsequent, angesichts des globalen Klimawandels und in einer „energieautarken Kommune” über die Ausweisung entsprechender Windkraftzonen einen weiteren Beitrag zu umweltfreundlicher Energieerzeugung zu leisten. Allein die Biogas- und Pelletieranlage erzeuge mehr Wärmeenergie als Titz selbst benötigt.

Die Prüfungsergebnisse einer vollständigen Machbarkeitsstudie durch ein Fachbüro auf Verträglichkeit von Windenergiezonen an drei Standorten seien dem alten Gemeinderat Anfang Oktober vorgestellt worden. Unbedenklich seien Schattenwurf oder Auswirkungen auf Flora und Fauna, ein Schallgutachten sei ebenfalls frei von kritischer Mängelfeststellung.

Die höchstrichterliche Rechtsprechung verbiete die Aufstellung von Windanlagen bei Unterschreitung von 300 Metern Entfernung zu Einzelhöfen oder 500 Metern zu Ortschaften. Der Gemeinderat habe jedoch Abstände von 500 Metern zu Einzelhöfen und 1000 Metern zu Ortschaften definiert.

Der Rat habe zurzeit lediglich die Einleitung des Verfahrens beschlossen, entschieden sei in dem sehr frühen Stadium noch nichts. Mit Bekanntgabe im Amtsblatt der Gemeinde sei die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt worden.

Der Bürgermeister verspricht: „Anregungen und Hinweise werden im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Abwägungsprozesses unvoreingenommen und völlig ergebnisoffen geprüft. Das gilt selbstverständlich auch für sämtliche, auch subjektive Bedenken, die uns gegenüber geäußert werden. Deshalb werde ich dem Rat selbstverständlich empfehlen, im weiteren Verfahrensverlauf in einer Einwohnerversammlung umfassend über Inhalt und Ziele der Planung zu informieren.”
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