Titz - Titz schöpft wieder eigenes Tiefenwasser

Titz schöpft wieder eigenes Tiefenwasser

Von: hfs.
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Betriebstechniker Thorsten Meier (Mitte) Bürgermeister Jürgen Frantzen (l.) und Betriebsleiter Michael Dahlem die digitale Technik des neuen Titzer Tiefenbrunnens. Foto: hfs.

Titz. Die Modernisierung geschah sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und wurde von den Titzern Bürgern so gut wie nicht bemerkt. Die Rede ist vom Gemeinde eigenen Wasserwerk, das bereits seit dem 15. September außer Betrieb ist.

Dennoch sprudelte aus den Wasserhähnen das kostbare Nass wie gewohnt. Es stammt seit einigen Tagen wieder aus den zwei eigenen Tiefenbrunnen, die auf dem Gelände der Anlage „Im Königstal“ gebohrt wurden. Insgesamt nimmt die Gemeinde Titz zur Ertüchtigung rund 650.000 Euro in die Hand. Die vollständige Wiederinbetriebnahme des Wasserwerks ist für Mai/Juni vorgesehen.

„In einer alten Hülle steckt hochmoderne Technik.“ So brachte es nun Bürgermeister Jürgen Frantzen auf den Punkt, als er zusammen mit Betriebsleiter Michael Dahlem der „Baustelle“ einen Besuch abstattete. Die Maßnahme war und ist von außen unsichtbar, denn einige erforderliche Erdbewegungen sind gemacht, die Außenanlage ist fast fertig. Was wichtig ist, verbirgt sich hinter den Ziegelmauern des in den 70er Jahren erbauten Wasserwerks. Wenn schon modernisiert, dann nach neuestem Stand der Technik lautete der Auftrag, den im Vorjahr der Rat der Gemeinde erteilte.

Im Februar 1968 wurden die Brunnen gebohrt, die bis in eine Tiefe von 215 Meter reichten. „Der Wasserstand hat sich auf rund 145 Meter eingependelt“, sagt Wasserwerks-Techniker Thorsten Meyer. Daneben wurde bisher Wasser von drei Versorgern – Gelsenwasser, Stadtwerke Jülich und Westnetz (RWE) – geliefert. Damit ist bald Schluss, zwei Verträge wurden gekündigt.

RWE liefert auch weiter

„Wir werden weiterhin Wasser von RWE bekommen“, sagt Frantzen zur kostengünstigen Alternative. Und RWE-Wasser war es auch, das seit der Schließung des Werks im September die Wasserversorgung für die Gemeinde aufrecht erhielt. Seit wenigen Tagen fließt das Wasser aus den zwei eigenen Brunnen über einen neuen Wasserfilterkessel in die beiden Wasserkammern. Der Kesseleinstieg musste beim Umbau nicht nur vergrößert werden mussten. „Die Einstiege wurden separiert“, sagt Dahlem mit Blick auf die Deckenbeschichtung. Denn die alte Schicht wurde entfernt, die Behälter komplett mit Edelstahl ausgekleidet. Dabei erhielten die Decken eine hochmoderne Spritzbetonbeschichtung.

Die Installation neuer Luftfilter für die Behälterbelüftung sowie von drei neuen Netzeinspeisepumpen inklusive Verrohrung für den Dauerbetrieb – die Pumpen schaffen jeweils 100 Kubikmeter Wasser in der Stunde – war ebenso selbstverständlich wie eine neue, hocheffiziente Netzpumpe für den Nachtbetrieb. „Aber die bringt immerhin noch 20 Kubikmeter“, sagt Meyer, der zurzeit besonders den Filterkessel im Auge hat.

„Im Filterkessel müssen sich jetzt zwei verschiedene Bakterienkulturen bilden. Im oberen Bereich des Filtersandes findet die Enteisung des Wassers, im unteren Bereich die Entmanganung statt. Das dauert eine gewisse Zeit“, sagt Betriebsleiter Michael Dahlem. Das sind natürliche Prozesse, die die Qualität des Wassers nachhaltig prägen.

Erneuert wurden im Wasserwerk auch die Schaltschränke für die komplette Steuerung. Die Verantwortlichen erklären, dass alle Arbeiten im Zeit- und Kostenrahmen liegen. Somit steht der endgültigen Wiederinbetriebnahme im Mai oder Juni nichts im Wege – inklusive einer Frischwasserversorgung zu einem Großteil aus „Titzer Quellen“.

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