Titz bekommt einen neuen Müllentsorger

Von: hfs.
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Wurden als neue Ratsvertreter
Wurden als neue Ratsvertreter von Bündnis 90/Grüne vom Bürgermeister in Titz vereidigt: Christian Waldrich und Andreas Leßenich (v. l.). Foto: hfs.

Titz. Von der Tagesordnung war es die längste Ratssitzung in der laufenden Legislaturperiode. Denn inklusive nichtöffentlichem Teil mussten sich die Titzer Ratsvertreter gleich mit 28 Punkten befassen.

Da die Fachausschüsse gute Vorarbeit geleistet hatten, wurden die Beschlüsse zumeist einstimmig verabschiedet - zum Beispiel auch die Vergabe des künftigen Müllentsorgung der Gemeinde.

Ab Januar 2013 wird es in der Gemeinde Titz einen neuen Müllentsorger geben. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatten fünf Bieter ihr Angebot abgegeben. Einer davon erhielt am Sitzungsabend in nichtöffentlicher Sitzung den Zuschlag. Ob dieser aber auch ab Januar 2013 seine Arbeit aufnimmt, steht noch nicht fest.

Denn die vier nicht berücksichtigten Anbieter können nun in einer bestimmten Frist bei der Vergabekammer der Kommunal-Agentur NRW - sie tätigte für die Gemeinde die Ausschreibung - erfahren, warum sie den Zuschlag nicht erhalten haben. Und sie können gegen die Vergabe an den vom Rat favorisierten Betrieb Einspruch einlegen. Auch dafür gibt es Fristen, spätestens aber 42 Tage nach der dann zu erfolgenden Zuschlagserteilung muss die Gemeinde den neuen Müllentsorger europaweit bekanntgeben.

Was die Entwässerung der Grundstücke und den Anschluss an die öffentliche Abwasseranlage anbelangt, votierten die vier W.I.R.-Vertreter als auch die beiden Bündnis 90/Grüne-Ratsmitglieder Christian Waldrich und Andreas Leßenich gegen den Verwaltungsvorschlag. Sie übernahmen die Ratsmandate von Dierk Simons und Friederike Fischermann. Der sieht vor, dass für versiegelte und Dach-Flächen über 20 Quadratmeter der Anschluss- und Benutzungszwang an das öffentliche Kanalnetz durchgesetzt werden kann.

Viele Bürger wünschen sich dagegen, von diesem Zwang ausgenommen zu werden. Das hatte Bürgermeister Jürgen Frantzen in der Haupt- und Finanzausschussitzung erklärt. Vermutungen, dass die Bürger dadurch nur Geld sparen wollten, seien nicht von der Hand zu weisen, hieß es bei einigen Ausschussmitgliedern. Aber diesbezüglich einen „Generalverdacht” auszusprechen, hielt Detlef Cremer als Fraktionsvorsitzender der W.I.R. für übertrieben. „Da es unserer Meinung nach noch Klärungsbedarf gibt, stimmen wir gegen den Vorschlag.” Dem schlossen sich Leßenich und Waldrich an.

Fakt ist, dass durch diese „Abklemmungen” in der Vergangenheit nach einer Untersuchung der Kommune jährlich rund 12.000 bis 14.000 Kubikmeter Wasser dem öffentlichen Abwasser-Kanalnetz entzogen worden sind. Diese Menge müsste „von allen anderen mitbezahlt werden”, so Frantzen in der Ausschusssitzung, denn die Fixkosten - zum Beispiel das Spülen der Leitungen - bleiben.

Mehrheitlich wurde die Anpflanzungsmaßnahme in Hasselsweiler - für die gefällten Plantanen werden Stieleichen gepflanzt - auf den Weg gebracht. Hier monierte Cremer die Kosten von rund 10.500 Euro für die bis zu vier Meter hohen Bäume. Nach dem Motto „kleinere Bäume wären billiger” trug die W.I.R. den Beschluss nicht mit. Cremer wörtlich: „Würden kleinere Bäume angepflanzt, würde mehr Zeit vergehen, bis die Wurzeln die neuen Bürgersteige beschädigen.” Antwort Frantzen: „Das sind Pfahlwurzelbäume, da passiert das nicht.”

Auch die neu angedachte Windkraft-Konzentrationszone zwischen Hottorf und Ralshoven - hier plant ein Investor den Bau von sechs Windrädern, jeweils 200 Meter hoch - beschäftigte den Rat. Der sprach an die „Kollegen” in Linnich den Wunsch aus, bei den Beurteilungskriterien doch dem Titzer Beispiel zu folgen und beim Bau der Räder einen Mindestabstand von 1200 Meter zur nächsten Bebauung einzufordern. Nach jetzigem Stand liege der Abstandswert in Linnich aber weit darunter.
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