„Titanenzug”: Von Flandern nach Fläming

Von: ptj
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Verarmte Bürgewälder Bauernschaft belagert Aussichtspunkt am Tagebau Inden: Vorne links im Bild ist Tagebauleiter Arthur Oster mit Herold Dieter Habermann zu sehen. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. „Mussten wir im Mittelalter noch unter unsäglichen Opfern umsiedeln und fanden in unserer neuen Heimat oftmals nur zu rodende Ödnis vor, so sehen wir hier vor uns in gähnender Tiefe den Grund einer neuzeitlichen Umsiedlung.

Es ist das schwarze Gold des rheinischen Reviers”, verlautbarte Dieter Habermann, Herold und Leiter des Siedlertrecks „Titanen on Tour” am Aussichtspunkt „Kleiner Indemann”.

Der Anstoß von Bernd Lück, Schulleiter der KGS Hambach, im Geschichtsunterricht einen Bezug zwischen Umsiedlungen früherer Jahrhunderte und der Geschichte im rheinischen Braunkohlenrevier her zu stellen, mündete in der Teilnahme am Titanentreck. Dieser startete Anfang Mai im flämischen Brügge, um am 27. Juni sein Ziel im brandenburgischen Brück in der Region „Fläming” zu erreichen.

Zehn von rheinischen Kaltblütern gezogene original nachgebaute Wagen mit Siedlerdarstellern in mittelalterlicher Gewandung ziehen im Treck mit. Dieser soll an die Umsiedlung angeworbener Siedler erinnern, die sich vor 850 Jahren im Planwagentreck aus Flandern auf den 1200 Kilometer langen Weg in die neue Heimat im Osten machten, in der noch heute Zeichen flämischer Kultur zu finden sind.

Der Zug machte nun Station in den Gemeinden Inden und Niederzier, begleitet von einer Galakutsche und einer Reitereskorte aus dem Krauthausener Turnierstall Thomas Keuten. Das Urpferd galt damals als ideales Arbeitstier, deshalb spielen Kaltblüter wie ein Rückehengst aus den Ardennen eine besondere Rolle im Titanenzug.

Auf dem Rathausplatz in Inden/Altdorf empfing Bürgermeister Ulrich Schuster mit musikalischer Begleitung der GGS Inden den Treck. Für die „Dürener Passage”, als Neusiedlung des 20. Jahrhunderts, hatte Landrat Wolfgang Spelthahn die Schirmherrschaft übernommen.

Zum Aussichtspunkt „Kleiner Indemann” zogen Schüler der KGS Hambach mit Kartoffelsäcken bekleidet und europäischen Fahnen in Händen als verarmte Bürgewälder Bauern, begleitet von ihren mittelalterlich gekleideten Lehrern, unter ihnen auch Organisator Lück. Von Gitarren begleitet, sangen sie eine mittelalterliche Vagantenweise aus der „Carmina Burana” in lateinischer Sprache und griffen beim Potpourri selbst zu Mundharmonika und Flöte.
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