Tiefgarage Zitadelle kann gerettet werden

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
14300839.jpg
Die vergitterten Öffnungen unter der Schräge (links Mitte) an den Außenmauern der Tiefgarage lassen die Luft zirkulieren und Licht hinein, allerdings auch Regen. Das sanierungsbedürftige Gebäude soll laut Gutachter durch Abdeckungen geschützt werden, die 250.000 Euro kosten. Foto: Jansen

Jülich. Aus der Sicht eines Gutachters, der wohl insgeheim Schlimmstes befürchtet hat, ist das eine gute Nachricht. Die Schäden an der Bausubstanz der Tiefgarage Zitadelle im Herzen von Jülich sind reparabel, sagte Holger Tebbe vom gleichnamigen Ingenieurbüro; der Patient kann gerettet werden.

Diese bauphysikalische Erkenntnis bedeutet allerdings nicht, dass eine Sanierung zum Spottpreis zu haben ist. Es wird sicher teuer. Wie teuer, das sagt der Experte in etwa fünf Wochen im Rahmen einer „Grobkostenschätzung“. Das sind die wesentlichen Inhalte eines Zwischenberichts von den Untersuchungen am Beton-Bauwerk, die im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen vorgetragen wurden.

Zwei Anhaltspunkte gibt es. Aufgrund alter Kostenschätzungen wurden 1,3 Millionen Euro für eine Sanierung über Jahre immer wieder verschoben, um „Luft“ im Haushalt zu gewinnen. Das rächt sich natürlich jetzt. Tebbe erklärte im Neuen Rathaus, dass zwei Schutzanstriche in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Lebenserwartung des Bauwerks deutlich verlängert hätten. Das ist aber nicht passiert.

Jetzt empfiehlt der Ingenieur, schon vor der eigentlichen Sanierung ein wesentliches Problem zu lösen. Durch die Licht- und Lüftungsöffnungen kann es einfach reinregnen. Mit Abdeckungen wäre eine Ursache für die Feuchtigkeitsschäden in den beiden Untergeschossen schon mal erledigt. Diese Abdeckungen allein kosten geschätzt 250.000 Euro und sind aus Sicht des Gutachters „eine überschaubare Summe, mit der ich den Schadensprozess verlangsame“.

Dazu wollte sich die Stadtverwaltung noch nicht durchringen, bevor das Schadensbild und ein Sanierungskonzept klar sind. Tebbe und Kollegen haben neben dem Offensichtlichen auch Tests in der Tiefe des Mauerwerks vorgenommen. Zu sehen sind viele Risse und Abplatzungen. Damit ist klar, dass Wasser eindringt. „Geschädigt werden Stützen und Fugen“, erklärte Tebbe.

Der in den Betonteilen verarbeitete Stahl („Bewehrung“) wird auch angegriffen. Fragt sich nur, wie lange das schon so ist und welche Folgen das hatte. Holger Tebbe: „Die ersten Untersuchungen wurden vor 14 Tagen abgeschlossen. Die Ergebnisse hätten schlechter sein können. Die Schäden sind auf Risse beschränkt. Bei großflächigen Schäden wäre auch eine großflächige Sanierung erforderlich.“ Der Stahl im Mauerwerk sei zwar korrodiert, allerdings deuten die Probenstellen darauf hin, dass er noch funktionstüchtig ist, also stabilisiert.

Es gibt fünf Stützpfeiler, die laut Tebbe in den nächsten zwei bis drei Jahren in die Kategorie „Bauteilversagen“ eingestuft werden müssten, wenn nichts geschieht. Noch ist das aber nicht so.

Die Stadt hat Glück gehabt

Zwischen den Zeilen deutete der Experte an, dass sich die Stadt ob dieser Ergebnisse glücklich schätzen müsse. Bei großflächigen oder in die Tiefe gehenden Schäden hätte das Urteil „Bauteilversagen“ wohl zu einer Schließung führen können.

In den nächsten Wochen liegen weitere Untersuchungserkenntnisse vor, auf deren Basis der Gutachter die Grobkosten abschätzt. Danach hat dann der Fachausschuss – mutmaßlich in seiner Juni-Sitzung – die Expertise zu bewerten und seine Empfehlung auszusprechen. In der jüngsten Sitzung blieb eine „Gretchenfrage“ unbeantwortet, die Christian Klems (Jül) stellte: „Wie lange geben Sie unserer Tiefgarage noch?“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert