Linnich - Thomas Hoppe-Leifgen begleitet zwei Realschulen bis zur Schließung

Thomas Hoppe-Leifgen begleitet zwei Realschulen bis zur Schließung

Von: Antonius Wolters
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Für Thomas Hoppe-Leifgen schließt sich ein Kreis: Die Schultasche mit Autogrammen war 1998 das Abschiedsgeschenk der damaligen Klasse 9a der Realschule Linnich. Jetzt kehrt er als Schulleiter zurück. Foto: Wolters

Linnich. Für Thomas Hoppe-Leifgen ist es „ein Neuanfang“, auch wenn er an bekannter Stelle erfolgt. Der 61-Jährige übernimmt zum 1. August die Leitung der Realschule Linnich, die zuletzt von Konrektorin Irene Lüttgen kommissarisch geführt worden ist.

Weiterhin leitet er seit 2001 die Realschule Gangelt, die in einem Jahr ausläuft. Dann bleibt von der Bildungseinrichtung nur noch ein Raum übrig, in dem Dinge gelagert sind, die weiterhin aufbewahrt werden müssen – etwa Abschlusszeugnisse oder Schülerakten.

„Ich habe vor, an jedem Tag in jedem System zu sein“, plant der Pädagoge einen intensiven Pendelverkehr zwischen Gangelt und Linnich, wo er bereits seit November Gespräche mit allen Beteiligten aufgenommen hat. „Mein Wunsch war, Gangelt vernünftig zu Ende zu bringen“, sagt Hoppe-Leifgen, der auch bereit war, eine zweite Schule auf diesem Weg mit zu betreuen. „Eine heikle Stelle“, sagt er selbst zu dieser Aufgabe im Spannungsfeld eines sich auflösenden Lehrerkollegiums und Schülern, die einen vernünftigen Schulabschluss anstreben.

„Wir haben den Anspruch, für Schüler viel anzubieten“, lautet das Rezept des Lehrers für Mathematik und Deutsch, der auch in Linnich ein lebendiges Schulleben anstrebt und den Klassen 8 bis 10 einen kompletten Fächerkanon garantieren möchte. Grundvoraussetzung dafür ist eine langfristige und sehr flexible Planung. „Ohne Flexibilität geht vieles nicht“, ist er ein Freund kreativer Lösungen, die möglichst vielen Interessen gerecht werden.

Dabei schreckt der Schulleiter nicht vor harten Entscheidungen zurück, wenn diese notwendig, fair oder gerecht sein sollten. Das zählt er zur Führungsverantwortung. So setzt der Schulleiter jährlich Perspektivgespräche mit jedem einzelnen Kollegen an, in denen erörtert wird, wer wie lange bleibt, schon die Schule wechselt oder in Pension geht. So hat der Schulleiter vergangene Woche in Gangelt sechs Kollegen verabschiedet, die er weiterhin sehen wird, weil sie – wie er auch – künftig an zwei Schulen unterrichten werden.

In Linnich betrifft das neben ihm zwei Kollegen. Eine Lanze bricht er in diesem Zusammenhang für die Schulaufsicht: „Die Bezirksregierung ist sehr fair, was die Lehrerzuweisung angeht“, hat er festgestellt. Gleichwohl gibt es in Linnich, wo nach den Sommerferien zum neuen Schuljahr rund 200 Mädchen und Jungen in zwei achten, drei neunten und drei zehnten Klassen an den Start gehen, eine kleine Baustelle, die noch ungelöst ist, da die letzte Religionskraft die Schule verlassen hat.

Voll des Lobes ist Hoppe-Leifgen nicht allein über die Realschule Linnich („hier ist viel Potenzial“) und seine beiden Kollegen Heike Hüsch und Marcel von Helden, sondern auch Richtung Politik und Verwaltung. „Die Bürgermeisterin führt mit sehr viel Umsicht das Geschäft“, gibt es ein Kompliment für Marion Schunck-Zenker und das Versprechen, dass Haupt- und Realschule in ihrem Gebäude bleiben dürfen. „Diese Schule sollte gelingen“, hat er sich auch Gedanken zur Gesamtschule Aldenhoven-Linnich gemacht, die so enorm wichtig für die Region sei, zumal dafür in Aldenhoven und Linnich zwei Haupt- und zwei Realschulen geopfert worden sind.

Dass bei einer vernünftigen Förderung das Abitur auch für Realschüler möglich wird, weiß er aus eigener Anschauung: Regelmäßig wird Hoppe-Leifgen zu Abschlussfeiern eingeladen, bei denen ehemalige Schützlinge das Reifezeugnis erhalten.

„Der Leitungsjob hat immer Freude gemacht“, möchte der neue „Chef“ der Realschule Linnich daran arbeiten, im Kollegium einen gewissen Korpsgeist zu entwickeln, denn Thomas Hoppe-Leifgen weiß aus langer Erfahrung: „Es geht nur im Team.“

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