Themenabend in Schlosskapelle: „Ein gutes Leben mit Demenz?“

Von: brs
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Mit Überzeugung und viel Begeisterung für sein Thema warb Peter Wißmann in seinem Vortrag für mehr Akzeptanz im Umgang mit dementen Menschen. Foto: B. Sylvester

Jülich. „Gibt es ein gutes Leben mit Demenz?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Themenabends in Jülich. Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages hatte die Lokale Allianz für eine demenzfreundliche Stadt Jülich in Kooperation mit der Volkshochschule in die Schlosskapelle eingeladen.

Interessierte waren der Einladung gefolgt und lauschten Peter Wißmann, der mit Vehemenz die These vertrat, dass ein Leben mit Demenz sehr wohl ein gutes sein könne. Allerdings sei dazu vor allem Akzeptanz nötig, betonte der Fachmann vom „Demenz Support Stuttgart“.

Akzeptieren müssten nicht nur die Betroffenen das Schwinden ihrer kognitiven Fähigkeiten, sondern auch die Angehörigen die Veränderung des dementen Menschen. Wißmann ist überzeugt, dass jeder Mensch am Leben und am Alltag teilhaben will, einbezogen werden und eine Aufgabe haben will. Und das ginge auch mit Demenz, meint Peter Wißmann und führt das Beispiel seines Freundes Christian an.

Mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert, beschloss der gelernte Zimmermann, dass sich das Leben zwar verändern, aber auch weitergehen würde. Dieser Freund hätte neue Fähigkeiten entdeckt und erkannt, dass zwar vieles nicht mehr ginge, aber vieles, wie etwa Theater spielen, eben doch.

Eine positive Einstellung von Betroffenen alleine reiche dennoch nicht aus, wenn die Umwelt, vor allem die nahen Angehörigen, nicht ebenfalls die Diagnose Alzheimer akzeptieren.

Wißmann kritisierte, dass unsere Gesellschaft eine Parallelwelt geschaffen habe, in der Demenzkranke vom Rest der Welt ausgeschlossen seien.

Inklusion: Beide Seiten lernen

Integration, das wurde schnell deutlich, ist für den Redner der Schlüssel zu einem guten Leben mit Demenz. „Inklusion gibt es nicht konfliktfrei, aber beide Seiten lernen“, ist sich Wißmann sicher und belegte diese Aussage mit dem Beispiel einer integrativen Wandergruppe. Die teilnehmenden Demenzkranken, das zeigte ein kurzer Film, genossen die Wanderung sichtlich – und „das ist ein Stück Lebensqualität!“

An den Vortrag schloss sich, zunächst zögerlich, eine kurze Diskussions- und Fragerunde an. Betroffene, Angehörige und Interessierte pflichteten Peter Wißmann in weiten Teilen bei.

Eine Teilnehmerin merkte aber auch an, dass es sehr schwierig sein könne, einen Demenzkranken in den „normalen“ Alltag zu integrieren.

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