Thema „Rassismus“ steht bei der VHS auf dem Plan

Von: Kr.
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Dem Thema Rassismus näherte sich Armin Kaleck aus geschichtlicher und philosophischer Sicht bei seinem Vortrag bei der Volkshochschule Jülicher Land. Foto: Kròl

Jülich. „Rassismus“ ist zwar ein brandheißes Thema, das dennoch so alt wie die Welt ist und sicherlich auch in der Zukunft die Menschheit beschäftigen wird. Die Volkshochschule Jülicher Land hat es auf den Plan gesetzt und dazu als Referenten Armin Kaleck gewonnen.

 Der Jülicher beschäftigt sich schon seit längerem aus philosophischer Sicht mit diesem Thema, hat ausführlich die Literatur studiert und seine eigenen Gedanken dazu beigetragen. Nach seiner Pensionierung absolvierte der Physiker, der lange Jahre im Forschungszentrum tätig war, ein Studium der Philosophie und ist seither schon mehrmals als Referent zu philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen bei der VHS in Erscheinung getreten.

„Ich beschäftige mich viel mit Dingen, die uns unangenehm drücken, und dazu gehört auch der Rassismus“, erklärte er. Aus aktueller, aber auch aus geschichtlicher Sicht näherte er sich diesem Thema. „Man sollte meinen, wir hätten aus unserer Vergangenheit gelernt, doch dem ist nicht so, wie aktuelle Zahlen beweisen“, begann er seinen knapp einstündigen Vortrag.

Im Jahre 2015 stiegen rassistische Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent an. 2016 hätten sie weiter zugenommen. Er zitierte außerdem aus dem Buch „Deutschland Schwarz-Weiß“ der farbigen Aktivistin und Buchautorin Noah Sow, in der sie den in Deutschland herrschenden Alltagsrassismus bei Wohnungs- oder Jobsuche, bei Polizeikontrollen und Behördengängen beschreibt. Sie sagt außerdem. „Nicht nur in Amerika, auch in Deutschland leben farbige Menschen und vor allem Schwarze gefährlich“.

Dann ging Kaleck weit in die Vergangenheit und in die Geschichte der Sklaverei zurück. Seit 5000 Jahren spielt sie in der Menschheit eine Rolle, war stets ein großer Wirtschaftsfaktor, und es gibt sie laut Kaleck noch heute. Über 45 Millionen Menschen lebten auch heute noch in Unfreiheit, was nach wie vor sie in vielen Bereichen rassistisch begründet ist. „Die brutalste Art der Sklavenhandels herrschte in der Neuzeit, als über 15 Millionen Menschen aus Afrika über den Atlantik verschifft wurden“, erklärte Kaleck und meinte weiter: „Nur der weißen Rasse schrieb man die Fähigkeit zu, eine Hochkultur hervorzubringen.“

Er zitierte damit Martin Schneider, der Rassismus als nachträgliche Rechtfertigung für die Sklaverei beschrieb. „Offener primitiver Rassismus schließt vom Aussehen auf die Qualität des Menschens“, sagte Kaleck und zitierte weiter: „Rassismus ist der Glaube, die Menschheit in unterschiedlichen Rassen einzuteilen mit genetischen Merkmalen, die sie von einem sozialen Wert unterscheiden, so dass bestimmte Gruppen gegenüber anderen höher oder minderwertig sind.“ Wissenschaftlich, so Kaleck, sei aber schon bewiesen, dass es bei den Menschen keine Rassen gibt, sondern ihr Genom sich nicht unterscheidet und alle vom Homo sapiens abstammen, der vor 200.000 Jahren in Afrika entstand.

„Rassismus heißt: Wir gegen andere und die älteste und am häufigste Form des Rassismus ist die Missachtung weiblicher Menschen“, sagte Kaleck und schloss mit den Worten des Jülicher Pfarrers Udo Lenzig: „Geist erfordert Freiheit. Gott hat als Experiment seine Macht an den Geist abgegeben. Wir Menschen haben die Verantwortung für das, was aus dieser Welt wird.“ Eine angeregte Diskussion schloss sich seinem Vortrag an.

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