Jülich - Theaterstück greift in Jülich gekonnt das Problem Cybermobbing auf

Theaterstück greift in Jülich gekonnt das Problem Cybermobbing auf

Von: Hilde Viehöfer
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Kian und Anouk sind noch sehr verliebt. Foto Wolfgang Emde Foto: Wolfgang Emde

Jülich. In Zusammenarbeit der Stadt Jülich mit dem Gymnasium Zitadelle ist für 260 Pennäler in der Stadthalle ein absolut heißes Eisen angepackt worden. Verpackt im Theaterstück für junge Menschen mit dem Titel „4Your Eyes Only“ von Esther Rölz, brachte das junge Ensemble des Westfälischen Landestheaters das Thema auf den Punkt: Cybermobbing ist und bleibt ein großes Problem.

Der Umgang mit den sozialen Netzwerken ist aus unserer Zeit kaum mehr wegzudenken. Die Entwicklung der Technik im Kommunikationswesen ist ein Segen. In sozialen Netzwerken finden aber durchaus auch kriminelle Charaktere ihre Plattform und werden zerstörerische und menschenverachtende Aktionen gestartet. Technische Weiterentwicklung ist zwar nicht negativ, aber der Umgang damit liegt wieder in den Händen von Menschen und kann von diesen durchaus missbraucht werden.

Mittelstufe besonders gefährdet

Umso wichtiger ist es, diese Problematik bewusst zu machen und jeden Einzelnen auf seine Verantwortung hinzuweisen. Gut war es, mit dem Theaterstück die Schüler der Mittelstufe anzusprechen, da diese Altersgruppe als besonders gefährdet gilt. Aber es wäre jedem Menschen jeder Altersstufe zu wünschen, sich durch ein so drastisches und realitätsnahes Stück mit den Gefahren einmal konfrontiert zu sehen und sich damit zumindest mental einmal auseinandersetzen zu müssen.

Die Story, die mit der Thematik unserer Zeit konfrontiert, ist beinahe banal: Drei Jugendliche, für die Technik ein normales Kommunikationsmedium ist, leben völlig in dieser virtuellen Lebenswelt. Dabei treffen drei unterschiedliche Charaktere aufeinander, deren besondere Züge im Stück sauber herausgearbeitet und dargestellt wurden. Kian (Julius Schleheck), ein cooler und beliebter Typ in der Schule, hat eine Beziehung zu Anouk (Johanna Pollet), einem netten, natürlichen Mädchen. Sven (Banar Fadil) ist absoluter Außenseiter, den die Mitschüler mobben.

Kian macht anderen Schülern das Leben mittels des Internets zur Hölle. Sven möchte mit Hilfe des Internets und geheimen Briefchen Kontakt zu Anouk aufnehmen. Als seine Aktivitäten auffliegen, ist die Hetzjagd auf ihn im Netz eröffnet. Handyvideos, die ins Netz gestellt werden, stellen eine Bedrohung dar. Geheimnisse, die mit dem Freund geteilt werden, gelangen in die Öffentlichkeit und führen zu Diskriminierung und Zerstörung des Persönlichkeitsbildes eines Menschen. Deren Existenz, konkret in diesem Stück die von Anouk und Sven, ist in höchstem Maße gefährdet. Grenzen werden überschritten, Angriffe nicht verkraftet.

Junge Leute gehen emotional mit

So erreichte das Theaterstück seine Zuschauer. Die jungen Menschen gingen bei den unterschiedlichsten Szenen emotional mit, feuerten an, kritisierten und ergriffen lautstark Partei. Dabei entwickelten sie ein gesundes Gerechtigkeitsgefühl und zeigten kritikfähige Auseinandersetzung mit der Problematik. Die Aufführung traf den Nerv der Zeit, ist aktuell, kam beim Zielpublikum bestens an.

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