Jülich - „Theater Starter”: Schneiderlein bezwingt alle

„Theater Starter”: Schneiderlein bezwingt alle

Von: ptj
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Erste Prüfung: Alleindarstell
Erste Prüfung: Alleindarsteller Daniel Wagner vom Theater Zitadelle Berlin überlistet die Riesen-Brüder.

Jülich. „Kinder heranführen an das Theater” - das will das Kulturbüro im Brückenkopfpark mit dem Projekt „Theater Starter” in <b>Jülich.</b> Als letztes Stück in dieser Spielzeit boten die Veranstalter in einer Vormittags- und einer Nachmittagsveranstaltung. „Das tapfere Schneiderlein”, frei nach den Brüdern Grimm.

Zu Gast auf der Bühne im Kulturbahnhof war das Theater Zitadelle aus Berlin. Vor Kindern und Betreuern der Kindergärten Oberzier und „Unterm Regenbogen” Koslar und der Grundschule Koslar verkörperte Alleindarsteller Daniel Wagner, bekannt aus seiner erfolgreichen Rotkäppchen-Version im Vorjahr, den König.

Mit prächtigem Mantel und Krone auf dem Kopf frohlockte dieser: „Maria, es wird für alle eine schöne Zeit”. Das Happy-End stand also gleich am Anfang. Maria ist seine Gemahlin, die Königstochter, die gerade Zwillinge erwartet und hinter einer samtenen Abschirmung unsichtbar bleibt. Den Kindern erzählte er nun die Geschichte „wie er als armer Schneider König geworden ist”.

Für den Rückblick legte er nicht nur Krone und Mantel ab, sondern veränderte auch seine Aussprache. Während er in seiner Schneiderweste am Schneidertisch einen Stich auf den anderen folgen ließ, hielt er Zweisprache mit seinem Plastik-Zeisig im Käfig, den er mit leisem Fiepen lebendig werden ließ, denn „etwas Fantasie” verlangte er den Kindern schon ab.

Mit schelmischen Bemerkungen, gelungenen Geräuschimitationen und auffordernder Mimik und Gestik integrierte er seine Zuschauer ab fünf Jahren in die Handlung: Das Pflaumenmus, das ihm eine bärbeißige Nachbarin bringt, lockt Fliegen an, die das Schneiderlein erschlägt, „sieben auf einen Streich”. Dies stickt der Protagonist, der sich fortan als Held fühlt, auf seinen Gürtel.

Mit seinem Zeisig-Freund sucht er nun das Abenteuer. Bald sieht er sich einem Riesen gegenüber, in der Puppen-Inszenierung ein eindrucksvoller Größenunterschied: Die handgroße Schneiderfigur gibt sich der Ein-Meter-Riesenpuppe gegenüber unerschrocken und meistert dessen eingeforderte Mutproben einfallsreich. Auch am königlichen Hof, wohin ihn sein weiterer Weg führt, gilt er wegen seines Gürtels als unbezwingbar. „Seine Majestät, König Rudolf Eckstein” will ihn in seine Dienste nehmen, „damit er uns beschützt vor dem bitterbösen Feind”.

Als der Schneider dessen schöne Tochter, Prinzessin Maria Eckstein, kennenlernt, fragt er sie sogleich: „Wollen wir heiraten und viele Kinder machen?” Sie will, aber der König verlangt dafür Gegenleistungen: Der Schau- und Puppenspieler bringt den Riesen und seinen Bruder dazu, sich gegenseitig zu erschlagen. Mit Hilfe der Kinder bezwingt er sodann in einem kleinen Schattenspiel-Arrangement mit Gag-Einlage das Einhorn.

Das Wildschwein erlegt er in einem Lied, zu dem er sich auf der Gitarre begleitet. Als er dann noch das ganze Stroh zu Gold verspinnen soll, rebelliert die Prinzessin und droht, mit „Ritter 7” durchzubrennen. Für das tapfere Schneiderlein ist es nun an der Zeit, der liebenden Prinzessin zu gestehen, dass er nicht wirklich ein Held ist.

Die Heiratsszene stellte Wagner mit Püppchen auf rotem Samt-Tuch dar, über die er kleinste Luftblasen pustete. In der letzten Szene wiederholte sich die erste, in der „alle eine schöne Zeit haben”. Die Kinder, die während des etwa einstündigen Theatervergnügens mitfieberten und mitlachten, klatschten begeistert Beifall.
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