Texte über Frühling, Natur und Liebe in der Schlosskapelle

Von: hivi
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Sophia Christine Brommer begleitet von Nicholas Rimmer bei ihrem Liederabend in der Schlosskapelle Jülich. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Die Sopranistin Sophia Christine Brommer sprang dankenswerterweise für ihre erkrankte Kollegin ein und gestaltete mit dem Pianisten Nicholas Rimmer die letzte Veranstaltung der Reihe der Jülicher Schlosskonzerte.

In kürzester Zeit erarbeiteten die Künstler ein Programm mit Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und Richard Strauss. Viele Texte rankten um die Themen Frühling, Natur und Liebe.

Die Sopranistin agierte mit äußerst kraftvoller Stimme, die für die Schlosskapelle überdimensioniert war. Darunter litt die zarte Vertonung der Mozartschen Lieder, die mit Leichtigkeit und Beschwingtheit von Frühling, den Schönheiten der Natur und romantischen Gefühlen erzählen.

Besondere Bedeutung hatte für Johannes Brahms das Volkslied. Er liebte die schlichte Melodik, die strophische Form und unkomplizierte Rhythmik. Sein Liedwerk umfasst mehr als 200 Kompositionen. Seinen Vertonungen maß er eine die Dichtung interpretierende Rolle zu. Mit kraftvollem Sopran und emotionalem Engagement interpretierte Sophia Christine Brommer vier Werke aus dem großen Liedschatz des Komponisten.

Ein großer Teil des Programms war den Liedern von Richard Strauss gewidmet. Auch er hat nahezu 200 Liedwerke geschaffen und viele Ausdrucksschichten und Stimmungsbereiche erschlossen. Er gab zu, das Wort für seine Inspiration zu brauchen. Oft sind seine Lieder Gelegenheitswerke, die zu verschiedenen Anlässen geschrieben wurden.

Von Wehmut umwoben

Schon die ersten Takte der Klaviereinleitung enthüllen das volle Werk, diese Grundstimmung bleibt als Einheit erhalten. Seine „Vier Letzte Lieder“, die zum Abschluss des Konzertes erklangen, sind ein Nachklang seines Schaffens, eine Erinnerung. Der 84-jährige Strauss durchlebte noch einmal sein Leben, das gemeinsame Musizieren mit seiner Frau. „Frühling, September, Beim Schlafengehen, Im Abendrot“, Texte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff sind trotz der hoffnungsvollen Botschaft des Frühlings von einer Wehmut überwoben, die den Herbst des Lebens spüren lässt.

Sophia Christina Brommer verfügt über einen ausdrucksstarken, kraftvollen Sopran, der sicherlich große Kirchenräume und Opernhäuser füllt. Für den Raum der Schlosskapelle war ihre Stimme meist zu laut und voluminös. Darunter litt die Leichtigkeit einiger Kompositionen, der weniger Dramatik und Dominanz des Gesangspartes gut getan hätten. Nicholas Rimmer am Flügel bestach durch exzellentes, technisch und musikalisch ausgereiftes Spiel und hohe Anpassungsfähigkeit.

Herzlicher Applaus und eine schwungvolle Zugabe mit George Gershwins Klassiker „Summertime“ beschloss den Konzertabend.

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