Technologiezentrum Jülich bleibt der Musterschüler in der Region

Von: Volker Uerlings
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Ziemlich genau einen Steinwurf vom Technologiezentrum entfernt steht das Gebäude der künstlichen Sonne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt namens Synlight. TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz hat sich im vergangenen Jahr in einer Art Doppelrolle um beide Einrichtungen gekümmert. Foto: Uerlings/TZJ

Jülich. Das Technologiezentrum Jülich hält die Spur: die Erfolgsspur. Die Einrichtung ist eine von vielen im Land und in der Region, die innovativen Unternehmen auf die Sprünge helfen, aber weit und breit ist niemand so erfolgreich. Die Kernzahlen des Jahres 2016 beeindrucken.

Durchschnittliche Auslastung über 97 Prozent, wieder ein Überschuss, also erneut schwarze Zahlen geschrieben, und sogar Zuwachs bekommen: Die künstliche Sonne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) namens Synlight befindet sich auf dem TZJ-Gelände und wurde bereits zum 1. September 2016 an den neuen Mieter übergeben, der langfristig bleibt.

Kurzum: Die Stadt Jülich (28 Prozent) und der Kreis Düren (10 Prozent) als größter beziehungsweise drittgrößter von zwölf Gesellschaftern dürfen mehr als zufrieden sein.

„Das Projekt Synlight war über zwei Jahre zeit- und arbeitsintensiv, denn es war für uns und das DLR Neuland“, sagt Geschäftsführer Carlo Aretz. Das Technologiezentrum sei nämlich vorher noch nie als Immobilienentwickler oder Bauträger aufgetreten. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt habe wiederum ansonsten immer den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes als Dienstleister genutzt. Die neue Kombination jetzt hatte zwei Vorteile. Aretz: „Das wäre sonst in dieser Zeit nicht zu realisieren gewesen.“ Und vor allem konnte so eine Großforschungseinrichtung wie das DLR langfristig an den Standort Jülich gebunden werden. Der Geschäftsführer hat auch eine einleuchtende Begründung dafür, dass er im Grunde zwei Jahre lang in gewisser Weise in einer Doppelfunktion aktiv war: „Ich sehe das als Weiterentwicklung des Technologiezentrums.“

Das TZJ im Gewerbegebiet Königskamp darf man als eine Art Geburtshelfer für junge Unternehmen aus dem technologisch-wissenschaftlichen Bereich verstehen, die Räume anmieten und je nach Bedarf eine Büro-Infrastruktur nutzen: von der Telefonzentrale bis zur gemeinsamen Post- und Paketstelle. Dass dieses Angebot vor allem in Jülich so erfolgreich ist, ist angesichts der kreativen Einrichtungen in unmittelbarer Nähe kein Wunder: Forschungszentrum und Fachhochschulcampus. Das DLR kommt hinzu.

Aus diesem Fundus stammt auch ein Mieter, der Mitte des Jahres einziehen wird: die Precors Technologies GmbH. Sie ist das jüngste Spin-off des Forschungszentrums und hat eine alternative Beschichtung für Bipolarplatten in Brennstoffzellen entwickelt. Sie sind dadurch leichter, kleiner und besser für klimafreundliche Autos geeignet. Ein weiteres Highlight in diesem Jahr ist die Alvotech Germany GmbH, deren Vorgänger (Celonic, dann Baliopharm) schon seit 2003 Mieter im Technologiezentrum Jülich sind. Sie gehört zur Alvotech hf mit Sitz in Island und entwickelt generische Versionen von biologisch hergestellten komplexen Proteinen (sogenannte Biosimilars). In Jülich ist die Zelllinienentwicklung und Analytik vorgesehen, während die Wirkstoffe in Island produziert und vermarktet werden. Mit dem Verbleib im TZJ soll die Schaffung von bis zu 22 neuen Arbeitsplätzen einhergehen.

Das ist zwar in gewisser Weise ein alter Mieter und daher etwas untypisch, aber mit neuem Geschäftsfeld, denn die durchschnittliche Verweildauer von Unternehmen im TZJ beträgt dreieinhalb Jahre. Auch die Struktur hat sich verändert. Vor acht Jahren gab es 50 Firmen mit 200 Beschäftigten. Aktuell sind es 30 Firmen mit 280 Mitarbeitern.

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